Auf www.graphologies.de kann man im Multiple-Choice-Verfahren seine Handschrift analysieren lassen. Die Ergebnisse wirken ganz interessant: meine Schreibschrift, meine Druckschrift.
Gestern war ich auf einer WG-Party. Dort stellte jemand eine interessante Theorie auf: Die Reizüberflutung durch die laute Musik und die chaotischen Gespräche sei letztendlich nur mit Alkohol zu ertragen. Das erklärt einiges.
Die neue Münchner U-Bahn ist wirklich überzeugend. Die Züge haben ein wirklich nobles Design, die Türen sind komfortabel breit, sie scheinen selten defekt zu sein, sie schließen zügig, wobei ein Warnton erklingt statt eines unscheinbar blinkenden Lichts, die Sitze hängen von der Decke herunter, die Scheinwerfer arbeiten mit LEDs... alles schöne Details, die trotz teurer Kleinserie möglich waren, während die Deutsche Bahn bei der Großbestellung der neuen S-Bahn-Triebwagen (für ganz Deutschland!) so ziemlich alles falsch gemacht hat.
Auf der Heimfahrt sind am Ostbahnhof zwei Leute in den Zug gestiegen, von denen der eine unmittelbar, nachdem er sich hingesetzt hatte, eingeschlafen ist. Als sie aussteigen mussten, hat es sein Kollege versucht, ihn wachzurütteln, aber trotz minutenlangem heftigem Schütteln schlief er tief und fest weiter. Darum musste ihn sein Kollege packen und schlafend aus der S-Bahn schleifen; als er ihn am Bahnsteig "abstellte", sackte er zusammen und schlief auf dem Boden kauernd weiter... einfach krass. Wusste gar nicht, dass ein Mensch so tief schlafen kann.
"Überfrierende Nässe" ist bekanntermaßen heimtückisch. Jetzt habe ich erfahren, dass es auch so etwas wie "überfrierenden Nebel" gibt.
Momentan muss die Luft sehr trocken sein. Bei der Straßenbahn kommen Funken aus den Rädern.
Nächstes Jahr dürfen wir wieder eine Preiserhöhung im öffentlichen Nahverkehr schlucken. Die Bahn begründet das mit den Investitionen und mit gesteigertem Komfort. Ok. Aber für die dauernden Streckensperrungen und die Verspätungen trotz neuer Züge gab es natürlich keine Preissenkung, dort muss man akzeptieren, was einem die Bahn zumutet.
Jetzt ist wieder diese Zeit, wo man morgens bei Dunkelheit das Haus verlässt und abends den Heimweg antritt, wenn es schon wieder dunkel ist. Früher hat mich das manchmal genervt, momentan aber eigentlich gar nicht. Vielleicht ist der Jahrhundert-Sommer dieses Jahr die Ursache, wo wir alle eine gute Überdosis Sonne abbekommen haben, oder vielleicht lag es früher am ewigen Hochnebel, so dass das Wetter nie wirklich schön war, sondern immer kühl, düster und farblos. Nebel gibt es jetzt auch, aber dann oft gleich so viel, dass die Landschaft richtig gespenstisch aussieht, mit dürren, drahtigen Bäumen über dem verwaschenen Grün der abgeräumnten Wiesen. Relativ klar zeichnet sich der Vordergrund ab, während der Hintergrund kulissenartig zunehmend im Nichts verschwindet. Man ist scheinbar nicht mehr Bestandteil der Welt, sondern jene wirkt, als sei sie um einen herum dekoriert. Nicht langweilig, sondern irgendwie spektakulär. Und nachts lässt der Nebel die Lampen schweben und lange Finger aus Licht in die Umgebung aussenden. Auch wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, zeigt sich der Nebel: auf meiner schwarzen Fleece-Jacke bildet sich auf der Vorderseite der Ärmel ein silbriger Überzug aus feinsten Tröpfchen. Die elegante Seite der Tristesse.
Vorgestern habe ich mich mit einem Versicherungsmenschen getroffen, der mich auf der Straße wegen eines Jobs angesprochen hatte. Nicht, dass ich danach gesucht hatte; aber ich war neugierig. Ich hätte dort eine Schulung machen sollen (ca. 3 Monate, incl. etlicher Verkaufsgespräche für Altersvorsorge-Versicherungen), und wäre anschließend für die Schulung, Betreuung und Motivation der Verkäufer zuständig gewesen. Interessant ist die Aussage, dass aus fünf Verabredungen drei Verkaufsgespräche zustande kommen, von denen eines zu einem Vertragsabschluss führt. Außerdem spricht doch für sich, dass erstens fast beliebige Leute von der Straße für diese Aufgabe genommen werden, und zweitens ein Großteil des Verdiensts aus Verkaufsprämien besteht (von selbst abgeschlossenen Verträgen oder Beteiligungen an den betreuten Mitarbeitern). Es hat demnach nicht viel mit Wissen zu tun, sondern v.a. mit Verkaufsgeschick und Menschenkenntnis. Der Angestellte soll nur verkaufen und darüber Rechenschaft ablegen (Statistiken machen usw.), gesteuert wird alles von oben.
Heute habe ich für meine Schuhe neue Schnürsenkel gekauft. Erstaunlich, wie lang diese Teile sind. Gekauft habe ich 1,30 m, die passen perfekt; die alten waren ca. 1,70 m lang!
Und noch etwas hat mich in den letzten Tagen beschäftigt. Ich hatte mit jemandem ziemlich heftigen Ärger, und der Grund ist nicht ganz einfach zu finden. Auf jeden Fall hatte ich immer gedacht, dass es ausreicht, ehrlich zu sein und nach dem Motto "was du nicht willst was man dir tu..." zu handeln. Offenbar reicht das nicht, um Missverständnisse zu vermeiden. Ich muss einsehen, dass manche Leute erwarten, dass man sich in sie hinein versetzt und Gedanken über sie macht, auch wenn sie dazu keinen konkreten Anlass geben und nichts sagen. Und auch wenn man keine echten Anhaltspunkte hat, sondern nur unbegründbare Vermutungen anstellen kann. War auf jeden Fall so eine Situation, wo man weder mit Nachdenken noch mit Beobachten zum Ziel kommen konnte. Vielleicht hätte auch ich mir mehr anmerken lassen sollen, was ich denke, um besser einschätzbar zu sein. Aber so etwas weiß man immer erst nachher.
Nachdem vor wenigen Tagen die geplanten massiven Einsparungen im Hochschulbereich
von der Staatsregierung bekannt gegeben wurden, brach an der Uni eine heftige
Diskussion über die Auswirkungen dieses Sparkonzepts los. Einige sehr interessante
Aussagen machte der neue Leiter der Münchner Geophysik, Prof. Bunge:
Die deutsche Forschung sei hervorragend, allerdings finde sie nicht in Deutschland
statt. Überall auf der Welt seien deutsche Forscher zu finden, in Berkeley und
Princeton würden die Deutschen ein Drittel bis die Hälfte der Doktoranden
stellen. Das Problem sei, dass das Geld nach dem Gießkannenprinzip verteilt
werde und dass in ineffizienten Verwaltungsstrukturen viel Geld versickere - so
sei der "Wirkungsgrad" des deutschen Hochschulsystems im internationalen
Vergleich niedrig. Es funktioniere nur dort gut, wo Wettbewerb herrsche.
Die Fakultäten bräuchten unbedingt mehr finanziellen Gestaltungsspielraum,
damit sie selber Prioritäten setzen könnten - so habe man keine Chance,
gute Leute einzustellen, weil man ihnen nicht genug zahlen könne, und könne
gleichzeitig keine Bereiche mit geringen Leistungen dicht machen. Qualität funktioniere
nur über Auslese, und es sei sehr unfair, dass schlechte Leistungen keine
Konsequenzen hätten. Die Leistungen in der Forschung sei ein geeignetes Maß,
um die Qualität von Professoren zu beurteilen, weil nur ein guter Forscher beurteilen
könne, welche Dinge für die Studenten in Zukunft relevant sein würden.
Ansonsten könne man ja auch einfache Lehrer einstellen, die den Stoff erzählen -
es sei schließlich kein Problem, einen Stundenplan randvoll zu stopfen, ohne
dass es den Studenten etwas bringe. Jene hätten nämlich keine Chance,
von ihrem Standpunkt aus im Voraus zu beurteilen, was relevant sei und was nicht, ob ein
Professor gut sei oder nicht (da kann ich nur zustimmen). Auf den Einwand eines
Studenten, der an der TUM in Garching studiert hat, dass man sich in Garching für
den Forscher-Olymp halte, aber grottenschlechte Vorlesungen biete (da muss ich auch
zustimmen), entgegnete er, dass aber nach seiner Erfahrung Spitzenforscher
auch überdurchschnittlich oft gute Dozenten seien; der Unterschied zwischen USA
und Deutschland sei da wie Tag und Nacht. Natürlich seien die Probleme komplex
(es gebe auf alles eine Antwort, die einfach, kurz und falsch sei), aber die klamme
Finanzsituation habe ihn zur Rückkehr nach Deutschland bewogen - inzwischen
sei die Situation so dramatisch, dass Änderungen am System unausweichlich seien.
Ein Kahlschlag in allen Bereichen sei aber die falsche Lösung, weil damit die
deutsche Wissenschaft auf Jahre hin geschwächt würde.
Kommentar: Wahre Worte! Oft wird, wenn mehr Eigenverantwortung in den Universitäten
gefordert wird, damit eine stärkere Ausrichtung auf die Bedürfnisse der
Wirtschaft gemeint (z.B. um mehr Drittmittel einzusammeln). Dadurch würde die
Forschung aber kurzsichtiger, und Grundlagenforschung ohne konkrete Anwendung
wäre massiv gefährdet. Auch Studiengebühren sind nicht unbedingt der
richtige Weg, weil damit nur die Geschwindigkeit des Studiums erhöht wird, nicht
die Qualität - wer zahlt, darf dafür auch etwas erwarten, d.h. erstmal
muss die Qualität stimmen, bevor kassiert werden kann. Ein Bekenntnis zur
Grundlagenforschung mit gleichzeitigem Bemühen, Schwachstellen und Ineffizienz
zu beseitigen, ist der einzige Weg.
Gestern war der Ex-Bundespräsident Roman Herzog in Ebersberg, und hat dort bei der Sparkasse eine Rede gehalten über die Osterweiterung der europäischen Union. Seine wesentlichen Aussagen waren, dass Europa stark sein müsse, allein schon weil in Zukunft Länder wie China und Indien an Gewicht gewinnen würden; dass Deutschland in Osteuropa ein hohes Ansehen genieße, weil es in der Vergangenheit keine leeren Versprechen gegeben habe, dass wir außerdem wegen der DDR gute Kontakte in den Osten hätten, dass z.B. bei Polen, das im zweiten Weltkrieg und davor keine guten Erfahrungen mit Deutschland gemacht hat, die Angst vor Russland größer als vor Deutschland sei, und dass der Osten nicht nur Konkurrenz, sondern auch neue Absatzmärkte bringen würde. Als problematisch bezeichnete er, dass die Staaten im Osten ihre neu gewonnene Souveränität ungern aufgeben würden (Deutschland habe damit viel geringere Probleme, weil damit auch schlechte Erfahrungen verknüpft sind), und der Reformbedarf in Deutschland - z.B. die hohe Staatsquote von über 50% (sollte bei 40-45% sein) oder die vielen Vorschriften, man könne den hohen Standard (z.B. Sozialsystem) nur aufrecht erhalten, wenn man entsprechend leistungsfähiger wäre. An sich eine interessante Rede, aber etwas kurz und dürftig; und richtig peinlich war vorher die Ansage des Sparkassen-Chefs, der zuerst alle Kommunalpolitiker und sonstige Großkopferte begrüßen musste. Eine Unsitte, Anbiederei vom Feinsten.
Gestern bin ich nach einer Radtour mit der S-Bahn nach Hause gefahren. Weil im Gepäckabteil bereits Leute saßen (obwohl es an anderer Stelle noch Plätze gegeben hätte), musste ich mein Rad etwas versetzt hinstellen. Zwei Stationen vor der Endstation wurde ich deshalb vom Zugführer angemotzt - obwohl inzwischen kaum noch jemand im Zug saß und gestört werden konnte. Was soll ich denn machen - ich habe für den Fahrradtransport gezahlt, habe aber keinen Anspruch auf einen passenden Stellplatz, und muss das Rad dann auch noch herumtragen, damit es jederzeit bestmöglich steht, egal ob überhaupt jemand behindert wird oder nicht. Der Mensch wollte sich wohl wichtig machen. So geht es mir oft - wenn man etwas macht, das nicht ganz regelkonform ist, aber trotzdem niemandem wehtut oder behindert, kommt von irgendwo ein aufgeblasener Idiot her, der sich wichtig macht. Ich wurde von Polizisten angemotzt, weil ich in der Fußgängerzone mit Schrittgeschwindigkeit mit dem Fahrrad unterwegs war, von diversen Bahnbeamten, weil ich einen endlosen Bahnsteig mit wenig Leuten entlangradeln will, um den Zug noch zu erwischen - selbstverständlich sind die Elektrowagen der Bahn, die sich auch bei vielen Reisenden lautlos und schneller als ich durch die Menschenmassen quetschen, erlaubt -, und von verschiedenen Securities, weil ich z.B. mein Fahrrad an einem Geländer abgesperrt habe ("da könnte jemand drüberstolpern"... hahaha!). Ihre Argumente sind jedesmal so grottenschlecht, nach dem gesunden Menschenverstand bin ich im Recht, aber sie sitzen nunmal am längeren Hebel, und suchen sich vermutlich aus Langeweile ein Opfer, dem sie ihre Autorität demonstrieren können. Solche Leute sollen das Leben angenehmer und sicherer machen, als "Freund und Helfer"? Ich hatte mit diesen Typen immer nur Ärger. Und falls man einmal echte Hilfe braucht, offenbart sich vermutlich ihre komplette Unfähigkeit.
9.11. - dieses Datum ist irgendwie ein Schicksalstag von Europa. 1918 wurde an diesem Tag die Weimarer Republik ausgerufen, 1923 war dort der Hitler-Putsch, 1938 die Reichpogromnacht, 1989 fiel an diesem Datum die Berliner Mauer, und 1993 wurde am 9. November die symbolträchtige alte Brücke in Mostar zerstört. Krasse Häufung. Und interessant, dass die Amis ihren Schicksalstag auch 9-11 nennen.
Seit gestern ist der neue Harry-Potter-Band ("der Orden des Phönix") im Handel, und wie üblich setzte ein Run darauf ein. Und wie bisher auch dürften viele Erwachsene dieses Kinderbuch lesen (die S-Bahn wird wieder voll sein von Potter-lesenden Berufspendlern). Irgendwann wird dieser Trend wieder verschwinden, aber vielleicht bleibt eine Erkenntnis: dass Kinderliteratur nicht notwendigerweise vom Niveau her niedrig sein muss; Kindern muss man bestenfalls von den Themen her entgegenkommen, aber kann ihnen nicht jeden Schund vorsetzen.
Letztes Wochenende war Allerheiligen. Der Friedhof war voll, und anschließend brach ein kleineres Verkehrschaos aus. Viele sind mit dem Auto gekommen, und nachdem sie andächtig ihrer Toten gedacht haben, verschafften sie sich anschließend teils drängelnd und hupend ihren Weg nach Hause. Die Fußgänger waren das Gegenteil, sie liefen extrem langsam. Und noch einen Effekt hatten die Menschenmassen: Abends brannten fast alle Grablichter, was in der stockdunklen Nacht (bewölkter Himmel) und mit Nebel etwas gruselig aussah.
In den letzten Tagen war der drittstärkste Sonnensturm seit 1976 (mit einer Plasmawolke 13-mal so groß wie die Erde), und gestern durfte ich zum ersten Mal ein Polarlicht erleben. Es stimmte einfach alles - der zunehmende Mond war schon um 20 Uhr untergegangen, der Himmel war ausnahmsweise wolkenlos und sternenklar, und als ich gegen 22 Uhr zufällig aus dem Fenster sah, war der Himmel im Nordnordosten blutrot. Ein Stück westlich davon war eine weitere Stelle, noch intensiver gefärbt. Das war ein Anblick! Der Sternenhimmel war auf einem Untergrund dekoriert, der sich von blauschwarz im Osten rund um den aufgehenden Orion zu einem intensiven bordeauxrot im Norden in einem gleichmäßigen Farbverlauf verwandelte, dazu noch die Silhouetten der Bäume, die sich im fahlen Sternenlicht abzeichneten. Die rote Färbung war so intensiv, dass ich mir jetzt gut vorstellen kann, dass solche Situationen für einen entfernten Großbrand gehalten und die Feuerwehr gerufen wurde.
Warum bin ich immer von Idioten umgeben? Gestern wollten wir in einem Copyshop einen Bauplan in DIN A1 ausdrucken lassen, aber es gab technische Probleme, der Druckertreiber verhackstückte das PDF (das am Bildschirm noch perfekt aussah) und brachte den PC zum Absturz. Schlimm genug, dass so ein sauteurer Spezialdrucker mit defekter Software ausgeliefert wird; aber dann ist der Copyshop-Mensch auf die Idee gekommen, die PDF-Datei erstmal in ein Bild umzuwandeln. Und zwar in ein JPEG! Jeder, der sich halbwegs mit der Materie auskennt, sollte wissen, dass die DCT (diskrete Cosinustransformation) scharfe Kanten gar nicht mag und darum für Baupläne (die nur daraus bestehen) absolutes Gift ist (Kompressionsartefakte!). Das war wohl nicht das einzige Problem; zumindest sah der Ausdruck recht bescheiden aus, manche Linien fehlten komplett. Zumindest bei einem Seitenpreis von 4 € (zzgl. ca. 3 € zum Einlesen der Diskette, was ca. 20 Sekunden dauert) ist das nicht entschuldbar. Ähnlich war es kürzlich, als ich die Batterie meiner Armbanduhr wechseln lassen wollte. "Die müssen Sie da lassen, die hat einen verschraubten Boden." Dann habe ich mein Taschenmesser rausgeholt, damit die Uhr aufgeschraubt, und die Batterie direkt im Geschäft selber eingebaut. Servicewüste Deutschland. Für guten Service würde man ja gerne zahlen, aber wenn die Leute keine Ahnung haben (so dass man ihnen als Laie erklären muss, was sie tun sollen) und trotzdem Mondpreise verlangen, ist das mehr als ärgerlich. Mit den Handwerkern ist es schließlich genauso; die Preise sind zwar hoch, aber (angesichts der Fixkosten) angemessen - aber dann muss auch die gebotene Leistung stimmen. In einem Land mit derart hohen Fixkosten wie in Deutschland kann man sich Schlamperei einfach nicht leisten.
Zur Zeit suche ich bei eBay nach einer Festplatte (vom Typ IBM DJSA-220). Dabei ist mir aufgefallen, dass bei sehr vielen Festplatten-Auktionen die Festplatte auf einem Holzfußboden fotografiert wurde. (Und natürlich, dass viele Fotos unscharf oder schlecht belichtet sind - aber das ist ja nichts neues.)
Langsam wird es Winter - und es zeigt sich, dass trotz nagelneuer S-Bahnen (mit Höchstgeschwindigkeit 140 statt 120 km/h; insgesamt über 200 Stück!), entzerrter Fahrpläne (frühere Abfahrszeit, längere Fahrzeit) und Tunnelsperrungen (täglich abends plus jedes Wochenende) die Pünktlichkeit kein bisschen zugenommen hat. Vorgestern gab es am Ostbahnhof ein Stellwerksproblem, gestern schon wieder, und die Zugzielanzeiger haben auch regelmäßig Totalausfall - dabei ist der Informationsgehalt der neu installierten Bildschirmanzeigen weiterhin gering (hat manchmal wenig mit der Realität zu tun). Wieder so ein Fall, wo man für eine gute Leistung gerne einen angemessenen Preis zahlen würde, aber sicher nicht für das gebotene Chaos.
So schnell kann's gehen: Nach dem Wintereinbruch haben sich die Blätter vom wilden Wein nicht bunt verfärbt, sondern sind gleich braun geworden und abgefallen. Innerhalb von ein, zwei Tagen. Krass.
Kürzlich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Kroaten. Dieser sagte, dass die slawischen Sprachen so nahe verwandt seien, dass er z.B. tschechisch ziemlich gut verstünde (ca. 50% der Wörter). So ähnlich dürfte dem Deutschen nur das Niederländische sein. Der Unterschied zwischen "Serbisch" und "Kroatisch" sei ungefähr wie Bayrisch zu Österreichisch - es gäbe nur eine handvoll verschiedener Wörter, und eine leicht anders gefärbte Aussprache.
Zum ersten Mal gefrorene Scheiben nach dem Rekordsommer hat es dieses Jahr bei uns am 3. September gegeben. Heute fiel der erste Schnee, obwohl der Herbst noch gar nicht richtig da ist. Die ersten Blätter sind verfärbt, aber z.B. der wilde Wein ist noch vollständig grün. Letztes Jahr konnte man um die Zeit in angenehm warmen Wetter in den Wald gehen und Pilze suchen - heute erlebe ich Herbst und Schnee. Das ist wirklich ein Erlebnis! Die Essigbäume haben sich teilweise rot verfärbt, die Birken werden gerade gelb, manche Bäume haben schon ein kräftiges Goldgelb angenommen, andere tragen noch ein saftiges Grün. Und dies alles ist schneeweiß überzuckert. Einzelne Bäume haben ihr Laub bereits abgeworfen, das jetzt wie ein Teppich rund um den Stamm liegt und auch wunderschön mit dem Schnee kontrastiert. Selten gab es einen so heiteren Wintereinbruch. Die Temperatur wurde dieses Jahr nicht durch eine wochenlange Regenzeit heruntergekühlt, sondern zweimal kurz hintereinander schaufelten Tief- und Hochdruckgebiete eiskalte Luft direkt aus Sibirien zu uns, noch gibt es keine dreckig-braunen Blätter und feuchten Matsch, heute haben die schönen Seiten von Herbst und Winter ausnahmsweise ein gemeinsames Gastspiel gegeben.
Letzten Montag war ich auf der Computermesse Systems. Ich erinnere mich noch, wie voll das damals auf dem alten Messegelände war (ca. 1997), und wie viel es zu sehen gab. Überall standen interessante Produkte herum, und massenweise Material und Werbegeschenke konnte man abgreifen. Ein paar Jahre später, etwa 2000, war es bei ähnlicher Größe der Messe schon nich mehr so interessant, weil die Firmen weniger Konkretes präsentierten, sondern vor allem über neumodische Buzzwords redeten. Fassade statt Inhalt. Dieses Jahr war es wieder ganz anders. Die Systems belegte nur noch weniger als die Hälfte der Messehallen (und auch diese ziemlich locker), an den Eingängen langweilten sich die Leute an der Kasse (die Kapazitäten sind riesig, aber die Besucherzahlen gering), und auch in den Hallen gähnende Leere. Die anwesenden Leute konnte man im Prinzip in zwei Gruppen unterteilen: Die größere Gruppe waren die elegant gekleideten Anzugträger an den Messeständen, die kleinere waren die Besucher, zum Großteil offenbar Jugendliche, die wie ich mit einer Freikarte aus der c't reingekommen sind. Das Standpersonal war gelangweilt und drängte sich richtig auf, einem etwas zu erklären - so habe ich interessante Dinge über Großformat-Scanner und -Plotter erfahren, eine Falzmaschine gezeigt bekommen, einen mit Kompressorkühlung auf 3,8 GHz übertakteten Rechner gesehen, und wurde von der Bundesdruckerei über die Herstellung von Pass und Personalausweis aufgeklärt. Für mich angenehm und nett, trotzdem gab es einfach nicht viel zu sehen, eine regulär gekaufte Karte hätte sich dieses Jahr nicht gelohnt. So steht es also zur Zeit mit der Computerindustrie.
Vor 25 Jahren wurde Johannes Paul II. zum Papst gewählt, hat seitdem in 102 Auslandsreisen streckenmäßig 31 mal die Erde umrundet, 129 Länder besucht und zu vielen zig Millionen Menschen gesprochen - aber was hat es gebracht? Man sagt, er sei ein sehr politischer Papst, er hat eine der längsten Amtszeiten hinter sich, er herrscht über ein streng hierarchisches System, das weltweit verwurzelt ist - aber das kümmert niemanden. Im Mittelalter musste selbst der Kaiser eines der mächtigsten Reiche der damaligen Zeit wegen einer Kleinigkeit zum Gang nach Canossa antreten; heute fängt Dubya ungestört einen Krieg aufgrund frei erfundener Fakten an, und kann sich immer noch öffentlich als Christ bezeichnen.
In der Zeitung stand, dass die durchgehenden Züge von Wasserburg nach München ein voller Erfolg seien, und dass die gesamte Bahnstrecke schwarze Zahlen schreibe. Erstaunlich, denn wenige Jahre zuvor wollte man sie noch stilllegen. Dabei haben die Leute von Pro Bahn schon vor zwanzig Jahren gesagt, dass man nur attraktive Verbindungen schaffen muss, damit die Strecke angenommen wird. Das scheint zu reichen; vor einigen Jahren wurden neue Fahrzeuge angeschafft, weil die alten mit der Technik der fünfziger Jahre (und einem entsprechenden Spritverbrauch) fuhren, aber an den Gleisen wurde wohl seit Jahrzehnten nichts investiert. Selbst die parallele und immer besser ausgebaute Bundesstraße konnte den neuerlichen Erfolg nicht verhindern. Diese Situation ist doch typisch für ganz Deutschland: Die Lösungen wären oft einfach und nah, aber der Rat von Experten wird nicht anerkannt, beziehungsweise selbst wenn unstrittig ist, was zu tun ist, wird es noch lange nicht gemacht.
Vorgestern war ich beim Chaostreff, und abgesehen von den normalen Kuriositäten (z.B. wie es bei einem Massen-Hoster wie Hetzner aussieht) wurde auch berichtet, dass es inzwischen einen Geek-Porno gibt. In dem Erzeugnis von Haxxxor geht es angeblich darum, dass leicht bekleidete Frauen man-Pages vorlesen oder nmap erklären. Ist das jetzt der Versuch, dem Genre wenigstens ein Minimum an Niveau zu geben, oder ist das die neue Form von Edutainment?
Vorgestern sind meine Eltern aus dem Urlaub in Kroatien zurück gekommen. Meine Mutter hatte einige der Orte (Split, Mostar) schon vor vierzig Jahren gesehen, und war sehr enttäuscht. Nicht, weil sich das Zentrum verändert hätte, sondern weil außenrum viel hässliche Industrie- und Plattenbauviertel gebaut wurden. Die Altstadt macht nur noch einen kleinen Teil der gesamten Stadt aus. So kann man ein in Jahrhunderten gewachsenes Stadtbild in wenigen Jahrzehnten ruinieren. In Italien ist das ja noch konsequenter verwirklicht: praktisch jede Stadt ist von einem dreckigen Ring aus Industriegebiete umgeben. Und wir sind leider auch auf dem besten Weg dazu. Wie im Wahn weisen alle Gemeinden im Landkreis riesige Gewerbeflächen aus (es ist ein Verdrängungswettbewerb, niemand braucht derartige Überkapazitäten), Ebersberg hat bald an jeder Einfallstraße Gewerbeansiedlungen. Und das sind fast nur Betriebe, die vorher irgendwo in den Zentren integriert waren und sich jetzt auf der grünen Wiese auf der mehrfachen Fläche breit machen.
Im aktuellen SZ-Magazin steht ein interessanter Artikel über Farben. Demnach bevorzugt jede Region andere Farben, die weitgehend unabhängig von der Mode sind. Ungarn bevorzugt ein kräftiges Grün (und generell satte Farben), Skandinavien eher blasse und kühlere Farbtöne. In Küstenregionen sind wegen dem Meer Blautöne häufiger, daneben hat z.B. auch die Vegetation Einfluss (z.B. Bretagne: Ginstergelb, Hortensienlila). Auch in Deutschland richtet man sich nach der Umgebung; an Nord- und Ostsee tritt beispielsweise die Farbe von Sand gehäuft auf. Und im Süden sind die Farben generell kräftiger wegen des grellen Sonnenlichts, das feine Nuancen einfach erschlägt, während im Norden die Farben feiner abgestuft und die Formen organischer sind - im Süden ruft die im Sommer ausgetrocknete Landschaft strengere, kantigere Formen hervor. Diese Dinge setzen sich bis in Gebrauchsgegenstände fort; z.B. findet sich das Rosa von Lissabon dort in vielen Gegenständen wieder (z.B. Einrichtung), sogar beim Hausmüll kann man manchmal aus der Farbzusammenstellung auf die Herkunftsgegend schließen (die Hersteller passen die Verpackungen dem Geschmack der Kunden an!).
Gestern haben wir mal in Mapquest recherchiert: die Dörfer Villarriba und Villabajo, die sich in den Werbespots von Fairy Ultra seit Jahren nach Paella-Festen Abspülduelle liefern, gibt es wirklich! Sie liegen in Asturien, etwa 40 km südöstlich von Gijón bei der Stadt Infiesto (an der N-634). In Spanien gibt es auch eine Fernsehserie namens "Villarriba y Villabajo", zu der ich aber nichts Näheres gefunden habe.
MacGyver wird alt! Ich war doch etwas erstaunt, als mich auf der Webseite von Richard Dean Anderson das bekannte Gesicht mit grauen Haaren angeschaut hat. MacGyver in Rente? Kann man sich ja gar nicht vorstellen. Oder bildet er vielleicht einen Nachfolger aus? Kürzlich habe ich erfahren, dass MacGyver Physik studiert hat, bevor er schließlich bei der Phoenix Foundation gelandet ist. Ich pack dann schon mal Taschenmesser und Klebeband ein - Pete, ich komme!
Gestern waren wir in Friedrichshafen auf der Messe "Interboot". Wenn man sich beim Segeln mit seinem eigenen Schiff nicht auf einen festen Heimathafen festlegen will, sondern das Boot in verschiedenen Gewässern nutzen möchte, empfiehlt sich eine trailerbare Yacht, die dazu höchstens 2,50 m breit sein darf - was die Länge auf unter 30 Fuß beschränkt. Auffällig ist, dass Schiffe bis 26 Fuß praktisch nicht zum Wohnen geeignet sind, weil sie innen keine Stehhöhe bieten und oft weder Toilette noch Kochmöglichkeit vorgesehen ist; ab 30 Fuß werden die Schiffe langsam interessant, während ab 40 Fuß bei vielen Herstellern bereits der Luxus beginnt und mit dem Platz an Bord sehr großzügig umgegangen wird.
In den letzten Wochen gab es weltweit eine ganze Serie von großflächigen Stromausfällen. Angefangen vom Osten der USA (Mitte August) erwischte es London, dann Kopenhagen/Malmö, und jetzt ganz Italien. Fatal: Irgendwie wurde in keinem der Fälle eine klare Ursache gefunden, immer war es eine Verkettung von seltsamen Umständen. Nach dem Vorfall in den USA hieß es überall, in Europa könne so etwas nicht passieren, weil dazu das Stromnetz viel zu dicht sei. Aber es passierte. Und selbst nach dem letzten Ereignis in Italien gibt man sich in Deutschland überzeugt, dass hier so etwas nicht denkbar sei. Aber warum? Anstatt sich zu fragen, ob man vielleicht nicht doch etwas besser machen könnte, etwas aus den anderen Ländern lernen kann, geben sich die Verantwortlichen selbstsicher, fast schon hochmütig. Das ist - ohne jemandem etwas vorwerfen zu wollen - genau die Beschwichtigungshaltung, mit der z.B. ein atomarer GAU für unmöglich erklärt wurde, genauso das Auftreten von BSE in Deutschland. Wäre hier nicht eher ein gesundes Misstrauen angebracht?
Dass sich durch die Landtagswahl in Bayern an den Mehrheitsverhältnissen nichts wesentlich ändern würde, war von vornherein klar. Aber es ist doch immer wieder beeindruckend, wie Stoiber es schafft, alle Erfolge sich selbst zuzuschreiben (sogar z.B. den relativ hohen Anteil regenerativer Energien in Bayern) und alle Misserfolge anderen in die Schuhe zu schieben. Er ist in der glücklichen Lage, niemals wirklich ernste Probleme lösen zu müssen - stattdessen vertuscht er kleine Ungereimtheiten (bei kleinen Affären wird notfalls ein Bauernopfer gebracht, und die Sache ist vergessen) und wettert umso lauter gegen alles, wofür er gar nicht zuständig ist. Je weniger er mit etwas zu tun hat (z.B. Europapolitik), desto heftiger sind seine Worte; sowas macht sich vor Ort und an den Stammtischen immer gut, und kein Problem für ihn, denn er muss keinen Beweis erbringen. Und wenn auch in seinem eigenen Land nicht alles glatt läuft, macht das nichts - er ist sich nicht zu schade, als Einäugiger unter Blinden sich gegenüber anderen Bundesländern aufzuspielen, statt auch mal Selbstkritik zu üben. Beispiel Bildungspolitik: Dass das bayerische Schulsystem nicht sonderlich gut ist, ist egal, solange es besser als in den Nachbarländern ist. Man ist stolz darauf. Zugute kommt Stoiber dabei sicherlich die bayerische Mentalität, mit der Grundüberzeugung, dass es eh nirgenwo besser sein kann als in Bayern - also gar kein Grund, sich nach Alternativen umzusehen.
Bedenklich finde ich auch, dass nach der Abstimmung im Bundestag über die Sozialreformen die SPD-Spitze ihren Abgeordneten, die dagegen gestimmt haben, den Rücktritt nahe gelegt hat. Dabei ist doch ein Abgeordneter allein seinem Gewissen verpflichtet, und muss sich bestenfalls vor seinen Wählern rechtfertigen. Ansonsten bräuchten wir gar kein Parlament mehr, sondern nur noch einen Leithammel von jeder Partei, die die Politik unter sich ausmachen. Rund 500 Abgeordnete (samt Ausgaben für Angestellte und Pensionen) wären überflüssig. Oder? Schlimm, dass gerade unsere Spitzenpolitiker so ein Demokratieverständnis haben.
Heute werde ich 25. Das erste Vierteljahrhundert ist geschafft. Und ich habe in den vergangenen Monaten immer wieder beobachtet, dass ich langsam alt werde. Ich ertappe mich dabei, wie ich im Feuilleton lese, ich habe manchmal mehr Appetit auf Knäckebrot als auf Süßigkeiten, und am Computer habe ich keine Lust mehr auf endlose Konfigurationsorgien - ich will mit dem Gerät einfach nur arbeiten können. Wenn ich fernsehe, sehe ich irgendwelche Popstars herumhüpfen, die erst Mitte der 80er-Jahre geboren wurden (da war ich schon in der Schule), und wenn bei den Jugendlichen wieder so ein neuer Trend durch das Land schwappt - sei es Pokémon, Sailor Moon oder Harry Potter -, kriege ich es erst dann mit, wenn schon alle darüber reden. Früher saß ich oft im Schneidersitz auf dem Boden - inzwischen bin ich zu ungelenkig dafür, es ist nicht mehr bequem; ich merke bereits, dass ich hohe Töne schlechter höre als früher (bei lauten Geräuschen glaube ich manchmal, ein Handyklingeln zu hören, wo keines ist), und auch mein Schmerzempfinden hat nachgelassen. Aber ich bin auch toleranter geworden (d.h. ich akzeptiere Dinge, auch wenn ich sie nicht verstehe), und ich habe auch die Freiheit und Selbständigkeit, auch wenn ich mich gut unterordnen kann, zu schätzen gelernt.
Am Nachmittag habe ich mit ein paar Freunden gefeiert; alle haben sie mir selbstgemachte Dinge geschenkt und teilweise sehr viel Zeit darin inverstiert. So sind echte Freunde!
Auf der Webseite www.plinsel.de/glueck.htm steht, dass amerikanische Forscher eine Reihe von Dingen ermittelt haben, die glückliche Menschen gemeinsam haben. Erwartungsgemäß sind das jeweils keine besonderen Dinge, sondern Kleinigkeiten, die jedem offen stehen; es gibt also nicht den großen Weg zum Glück, sondern nur eine Summe von kleinen Puzzlestücken, die jeweils dazu beitragen. Interessant: Es sind lauter Dinge, die, wenn man sie nicht hat, gar nicht so leicht zu erlangen sind. Zum Beispiel: Glückliche beklagen sich nicht, sondern suchen nach Lösungen - aber wie soll das gehen, wenn man vor lauter Probleme zu ersticken droht? Freundschaften machen glücklich - aber wie soll ein Unglücklicher, der (aus welchem Grund auch immer) keine Freunde hat, sich in seiner Niedergeschlagenheit welche holen? Weiter: Glückliche finden Bestätigung in ihrer Arbeit, statt ihre Zeit mit TV usw. zu vergeuden, aber Depressive haben oft schlicht und einfach keine Kraft, sich in die Arbeit reinzuhängen, selbst wenn sie das wollten. Ebenso fehlt ihnen die Kraft, sich selbst zu motivieren, ihre Probleme aktiv anzupacken, ihre Vergangenheit zu vergessen, oder für Kleinigkeiten dankbar zu sein (da diese im Vergleich zu den Sorgen verschwindend sind). Es gilt also weiterhin: Was Glück ist, weiß man erst, wenn man es nicht mehr hat.
Gerade kam im Fernsehen eine Sendung zur Landtagswahl am nächsten Sonntag (21.09.). Eingeladen waren Vertreter der kleinen Parteien, die derzeit nicht im Landtag vertreten sind, und sie diskutierten nicht gegeneinander, sondern antworteten auf die Fragen des Moderatorenteams. Das war sehr interessant, denn so bekommt man eine Vorstellung davon, was diesen normalerweise nur sehr schwach in Erscheinung tretenden Parteien wirklich wichtig ist (ohne sich durch jedes einzelne Wahlprogramm durchzuarbeiten), und es kommt nicht bei den bei Diskussionen und Fernsehduellen üblichen Vorwürfen und Beschuldigungen der Parteien untereinander. Hier eine Kurzzusammenfassung: Die FDP steht für Privatisierung und Abschaffung der Gewerbesteuer - Ziele, die ihrer Meinung nach von keiner anderen Partei im Landtag vertreten werden. Die Freien Wähler berufen sich auf ihre Kompetenz auf kommunaler Ebene und fordern auch eine Stärkung der Kommunen. Die ÖDP sieht sich als Alternative zu den Grünen, die in vielen Bereichen Verrat an ihren Idealen begangen hätten und außerdem im linken bis neoliberalen Lager angesiedelt seien, wohingegen sich die ÖDP sich an wertkonservative Bürger mit ökologischem Interesse richtet. Der Vertreter der Republikaner sieht seine Rolle darin, im rechten Spektrum eine Alternative zur CSU zu sein und diese auch an ihre Versprechen zu erinnern. Neben jeder Menge leerer Sätze distanzierte er sich wenigstens deutlich von den geplanten Neonazi-Anschlägen in München. Die Bayernpartei will, wie eh und je, ein unabhängiges Bayern, damit das hier erwirtschaftete Geld nicht in andere Bundesländer abfließt - von der Größe her könne ein unabhängiges Bayern problemlos mit anderen europäischen Ländern mithalten. Ähnlich die Freien Franken: Sie wollen die Position Frankens stärken, das Bundesland soll in "Bayern und Franken" umbenannt werden. Die Unabhängigen Kandidaten scheuen die Parteienstruktur und setzen auf unabhängige Direktkandidaten, entsprechend haben sie kaum ein Parteiprogramm (das ist die Sache jedes einzelnen Kandidaten). Interessant, mal schauen, was dabei rauskommt. Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität interessiert sich v.a. für internationale Politik (speziell wegen ihrer guten Kontakte zum alternativen politischen Spektrum in den USA), aber was das viel mit Landespolitik zu tun hat, konnte die Kandidatin auch nicht schlüssig erklären. Der Bürger-Block hatte v.a. utopische Transrapid-Phantasien, der "Aufbruch für Bürgerrechte, Freiheit und Gesundheit" interessiert sich etwas einseitig für die Förderung der Naturmedizin (das schaffe auch Arbeitsplätze), und die "Partei bibeltreuer Christen" möchte die Bibel als Grundlage der Politik machen. Die Arbeitslosigkeit soll durch ein Erziehungsgehalt bekämpft werden, und gegen den Terrorismus wird die generelle Bekämpfung des Islams empfohlen. Sehr bedenklich.
Gestern war ich beim "5. Moulton Continental Ride", der von Erding über Moosburg und Freising wieder zurück nach Erding führte. Sogar aus der Schweiz ist eine Gruppe von Moulton-Fahrern angereist, rund um Andreas Naegeli vom Velolabor Zürich - und es war eine wunderschöne Tour, mit sehr netten und interessanten Leuten.
Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass die Schweizer daran interessiert sind, dass neben der Rheinstrecke auch die Bahnstrecke München-Lindau als Zulauf für die NEAT (neue Eisenbahn-Alpentransversale, mit z.B. Gotthard-Basistunnel) ausgebaut wird, so dass die NEAT auch den Brenner-Basistunnel überflüssig machen könnte. Dafür bietet die Schweiz sogar eine Mitfinanzierung des Ausbaus an - wogegen sich der deutsche Bundesverkehrsminister sträubt, weil er keinen Präzedenzfall schaffen und sich damit vor einer Beteiligung am Brenner-Basistunnel drücken will. Man sieht also: Wenn politischer Wille vorhanden ist, kann auch ein kleines Land wie die Schweiz einen Basistunnel unter den Alpen bauen, während sich die Politiker der Nachbarländer noch in frommen Sonntagsreden üben.
Stichwort Bahn: Heute war wieder was Nettes. Der Zug nach Lindau/Bodensee hatte Verspätung bzw. fiel dann wohl komplett aus, weil der Schaffner einfach nicht erschienen war. Außerdem: Weil unser Ferienticket nur bis Nonnenhorn/Bodensee reichte, radelten wir von dort nach Friedrichshafen. Auf dem Rückweg nahmen wir den Zug, und mussten für dieses Stück pro Person 3,10 € bezahlen - wären wir auch auf dem Hinweg Bahn gefahren, hätte uns das (wir waren zu viert) 24,80 € gekostet (wobei der freundliche Schaffner den Bordzuschlag von 2,80 € gar nicht erheben wollte) - das Wochenend-Ticket (für die gesamte Strecke) kostet auch nur 28 € (und es ist erst wenige Jahre her, dass es bei 15 DM lag)!!!
Nach der Norwegen-Reise war ich noch auf dem Chaos Communication Camp. Auch wenn wir von der Fahrerei in den Tagen zuvor (von Finnland bis Berlin) etwas geschafft waren und dann wegen der brutalen Hitze in Deutschland (wir fanden bereits Norwegen mit z.B. 30°C in Tromsø zu warm) zu nicht viel fähig waren, sondern immer nur faul herumlagen - es war wieder einmal ein Erlebnis. Umso enttäuschender ist, was ich jetzt in der Zeitung darüber lese. In der Süddeutschen stand im Feuilleton ein Artikel über das Camp - der Verfasser hat von der Hackerkultur keine Ahnung, und sein Unverständnis kompensiert er durch eine umso größeren Textmenge. Wie Aliens scheinen ihm die Hacker vorzukommen, als Leute mit ganz seltsamen Bräuchen. Dabei sind sie in Wirklichkeit extrem normal und sehr unkompliziert. Sie beherrschen ihre Computer perfekt (d.h. kümmern sich nicht um die Bedienung, sondern darum, was man damit machen kann), sind grundsätzlich sehr tolerant, und ansonsten einfach nur ziemlich pragmatisch. Und das macht die fantastische Atmosphäre dieses Camps aus: Niemand ist rücksichtslos (z.B. dudelt aus allen Zelten Musik, aber nie so laut, dass sich Nachbarn belästigt fühlen würden), man hilft sich gegenseitig (wenn jemand ein Kabel o.ä. braucht, bekommt er es problemlos), und man vertraut einander - obwohl auf dem Gelände Hardware von unschätzbarem Wert herumliegt, kommt nie etwas weg, man kann problemlos seine Tür offen lassen und für Stunden verschwinden, ohne Angst um sein Zeug zu haben. Abends verwandelt sich das Gelände durch die Licht- und Musikinstallationen in ein digitales Wunderland, es gibt keine Vorschriften (und entsprechend sind Leute, die da stören würden, wie z.B. die Polizei, nicht gern gesehen), und wenn etwas gemacht werden muss, dann geschieht es so einfach und effektiv wie möglich, nutzlose und überteuerte Hochglanztechnik von Angebern in Nadelstreifen ist unbekannt. Selbstorganisierendes Chaos in Reinform. Was gibt es denn daran nicht zu verstehen? Ach, wenn doch nur alle Menschen Hacker sein könnten!
Gestern bin ich von einer langen Reise durch Norwegen zurückgekommen. War natürlich schön, und wir hatten uns gegen Ende auch schon so eingespielt, dass die Reise noch endlos weiter hätte gehen können - aber ich bin auch wieder froh, zu Hause zu sein, und erstmal die ganzen Eindrücke verarbeiten zu können. Ja, es war teilweise richtig anstrengend, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu gondeln, und zwischendurch pausenlos Straßenkarten und Reiseführer zu studieren. Besonders auf den Lofoten, wo ein Highlight auf das nächste folgte. Jetzt kann ich besser verstehen, warum man auf Radtouren nicht das Gefühl hat, weniger zu erleben, obwohl man doch viel kürzere Strecken zurück legt und somit weniger sieht - aber man hat einfach Zeit, darüber nachzudenken.
Und noch was ist mir aufgefallen: Vier Wochen ist doch eine relativ lange Zeit, trotzdem hatte ich nach meiner Rückkehr keine Sekunde lang das Gefühl, dass sich hier etwas verändert hätte oder dass mir irgend etwas ungewöhnlich vorkommt. Ich fühlte mich daheim, wie als wäre ich nie weg gewesen. Ist doch ein bisschen seltsam, oder?
Die Münchner S-Bahn ist einfach schlimm. Jetzt haben sie es endlich geschafft, den Betrieb auf die neuen Triebwagen ET423 umzustellen (was schon seit mindestens zehn Jahren überfällig war, die alten stammten teilweise aus den sechziger Jahren) - und jetzt musste die Abfahrtszeit nach vorne verlegt werden, um mehr Pünktlichkeit zu erreichen (Ironie: für die neuen Fahrzeiten gibt es keine Fahrpläne zu kaufen; nach der letzten Fahrplanänderung kamen die Pläne Monate verspätet heraus, jetzt gar nicht). Angeblich liegt es daran, dass die neuen Züge mehr Kupplungszeit am Ostbahnhof brauchen; das riecht ja direkt nach Fehlkonstruktion. Ein Abstandssensor zusammen mit einer Kupplungsautomatik wäre mit den Erfahrungen der Vergangenheit kein Luxus. Ebenso mit den (wieder andauernd defekten) Türen: Ein Türknopf ohne mechanisches Feedback, und eine Tür, die erst wieder öffnet, wenn sie bereits komplett geschlossen ist, sind indiskutabel. Dazu passt, was ich vor wenigen Tagen erlebt habe: Nachdem Leute ausgestiegen sind, wollte eine alte Dame mit Krücken einsteigen. Aber die Tür bemerkte ihre Krücke nicht und begann, sich zu schließen. Man konnte sie nicht öffnen, darum wurde die Krücke eingeklemmt, und der Lokführer fuhr los. Die Frau blieb zurück, die Krücke wurde ihr entrissen und blieb im Zug stecken. Als ich die Krücke an einer folgenden Station zum Lokführer brachte, reagierte er nicht auf mich, stand nicht von seinem Sitz auf, sondern fuhr einfach ab. Die unglücksselige Kombination aus mieser Technik und Rücksichtslosigkeit.
In letzter Zeit gab es viel zu tun, so dass ich erst sehr spät ins Bett gekommen bin. Aber woran liegt es, dass man manchmal ganz gut die Nächte durchmachen kann, und an anderen Tagen todmüde ins Bett kippt? Natürlich davon, wie anstrengend der Tag war und wie viel Schlafdefizit sich angesammelt hat (irgendwann muss man es ausgleichen - komplett auf Schlaf verzichten geht nicht); aber ich habe auch folgende Beobachtungen gemacht: Tiefschlafphasen sind schwer zu überwinden, und das Aufstehen aus ihnen ist extrem mühsam. Auf den Traumschlaf kann man dagegen leichter verzichten. Und wenn man immer wieder eine Kleinigkeit isst und viel trinkt, fällt das Wachbleiben leichter. In solchen Situationen ist mir auch aufgefallen, wie fließend der Übergang zwischen wach und schlafend eigentlich ist: Wenn ich todmüde bin, aber unbedingt wachbleiben muss, komme ich leicht in einen Dämmerzustand - ich kriege zwar alles mit und bin ansprechbar, aber kann weder eigenständig denken (von Konzentration ganz zu schweigen) noch mir irgendwas merken, was in dieser Zeit geschehen ist. Kein Wunder, dass man meist sehr plötzlich einschläft - denn wenn man sich nicht mehr konzentrieren kann, schafft man es auch kaum, sich vom Einschlafen abzuhalten.
Vor einer Woche sagte eine Kommilitonin, dass sie zu einer Beerdigung müsse - einer ihrer besten Freunde sei bei einem unverschuldeten Motorradunfall ums Leben gekommen. Tragisch - und manchmal frage ich, wann es mich erwischt; wenn mich ein verrückter Autofahrer niedermäht, habe ich schlicht und einfach keine Chance. Es bleibt mir immer nur, zwischen den Risiken abzuwägen: Wenn ich auf dem Radweg fahre, werde ich andauernd übersehen, mindestens einmal pro Tag wird mir die Vorfahrt genommen, in schöner Regelmäßigkeit kann ich mich nur noch durch Vollbremsungen retten und hoffen, dass es beim nächsten Mal wieder so glimpflich abläuft. Schuld dabei hat auch die Gestaltung der Radwege: Beispielsweise der neben dem neuen Petueltunnel ist ein einziger Hindernisparcours (und endet plötzlich an einem Zaun zwischen Lärmschutzwand und Nymphenburger Kanal). Aber nicht nur die Autos bedrängen mich: Von der anderen Seite torkeln die Fußgänger traumwandlerisch auf den Radweg hinüber, nichts liegt ihnen ferner als der Gedanke, dass dort ein Radler kommen könnte. Erst vor Kurzem habe ich auf diese Weise unverschuldet eine Fußgängerin umgefahren, und es kann jeden Tag wieder passieren. Fahre ich dagegen auf der Straße, werde ich gesehen, aber wenn mich einer abräumt, dann ist es aus. (Übrigens sind es nicht immer die bösen LKWs; diese sind nach meinen Beobachtungen am vorsichtigsten.)
Vor wenigen Tagen habe ich bei MTV die Sendung "20 years on MTV" angeschaut, wo der wirklich coole Moderator Markus Kavka Videos aus den letzten 20 Jahren präsentiert. Eine geniale Sendung, dagegen kann man den Rest von MTV und der anderen Musiksender einfach wegschmeißen. Aufgefallen ist mir dabei, wie ruhig manche damaligen Musikvideos wirken. Ein typisches aktuelles Gegenbeispiel ist "Forever And For Always" von Shania Twain - dort werden wunderschöne Landschaften gezeigt, aber so hektisch zusammengeschnitten, dass man sie kaum betrachten kann. Früher war das definitiv anders.
Meine Uni-Gebäude sind in München direkt neben den Pinakotheken. Und darum bekomme ich regelmäßig mit, wie sich Besucher erkundigen, wo denn die die Eingänge bei diesen Gemäldegalerien zu finden seien. Vor allem bei der Pinakothek der Moderne kommt es ungefähr einmal pro Woche vor, dass ich (oder einer meiner Freunde) gefragt werde - dabei ist es doch ein so monolithisches Bauwerk, umgeben von grüner Wiese, extrem übersichtlich. Gibt einem irgendwie zu denken - ist das eigentlich bei allen öffentlichen Gebäuden so?
Im Winter haben die S-Bahnen sowieso Verspätung, im Herbst ist es das böse Laub, das sie zum Rutschen bringt, im Sommer haben sich unter der Hitze auch schon mal Gleise verbogen, und manche Züge sind offensichtlich auch wasserscheu. Und wenn ausnahmsweise mal alles glatt läuft, dann wird wegen eines anonymen Anrufs der komplette Ostbahnhof gesperrt, wie gestern passiert. Ärgerlich für die, die einen dringenden Termin haben - denn wer sich nicht auskennt, wird dank sehr lückenhafter Durchsagen oft in die Irre geführt. Zumindest bei den technischen Problemen besteht eine leise Hoffnung auf Besserung, denn seit Vor-Vorgestern fahren endlich auch auf unser Linie die neuen Züge der Baureihe 423. Allerdings: Bereits nach wenigen Monaten im Einsatz hängt an auffällig vielen Türen der Aufkleber "Tür unbenutzbar". Übrigens habe ich vor wenigen Tagen gesehen, dass auch das Gejaule der elektronischen Motorenregelung nicht so sein muss: Bei einer E-Lok erklangen beim Anfahren sauber durchgestimmte Akkorde...
Gestern habe ich ein Päckchen von der Post geholt, nachdem der Abholschein im Briefkasten gelegen hatte. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich (oder jemand anders im Haus) persönlich ein Paket entgegen nehmen konnte - offenbar wartet der Postbote mit der Zustellung hinter irgend einer Ecke, bis alle Personen das Haus verlassen haben, um dann diese verhasste orange Karte einwerfen zu können.
Dann ist mir noch etwas passiert: Im Supermarkt hat mir jemand meinen Einkaufswagen geklaut, die Pfandmünze war damit weg. Wie groß ist eigentlich der durchschnittliche Verlust durch derartige "monetäre Leckströme", z.B. wenn man eine Münze verliert, oder ein Automat zu viel schluckt, oder der Mensch an der Kasse falsch herausgibt? Viel ist es wohl nicht; aber es würde mich doch interessieren. Man kann unmöglich eine exakte und komplette Buchführung sämtlicher Ausgaben (incl. Cent-Beträge) machen - wie könnte man es sonst bestimmen?
Vorgestern habe ich eine Bergtour gemacht, und mir dabei fast einen Sonnenbrand im Nacken geholt. Gut, ich gebe zu, ich hatte mich nicht eingecremt. Aber nachdem ich erst vor zwei Wochen aus Kroatien zurück gekommen bin (wo ich viel draußen war und trotz konsequenter Anwendung von Lichtschutzfaktor 30 deutlich (rot)braun geworden bin), hatte ich gedacht, dass ich an die Sonne gewöhnt sein müsste. Vor allem, weil bei einer Bergtour direkt nach dem Kroatien-Urlaub eine Freundin fast einen Sonnenbrand bekommen hatte (ich nicht), aber diesmal verschont blieb. Die Wirkung des Urlaubs hält bei mir also keine zwei Wochen an! Das sehe ich als Bestätigung, dass Bräunung bei mir absolut unmöglich und sinnlos ist.
Kürzlich ist mir eine nette Webseite begegnet: http://www.dumblaws.com/. Der Titel ist selbsterklärend. Anschauen und genießen.
Als der Euro eingeführt wurde, sagten alle den schnellen Wertverlust voraus. Aus Angst vor der bösen Inflation wurde das Kapital ins Ausland geschafft, obwohl doch klar war, dass die europäische Wirtschaft nicht derart schnell kollabieren wird, wenn überhaupt. Jetzt haben wir das Gegenteil, der Euro ist im Vergleich zum Dollar relativ stark - und plötzlich ist es die böse Deflation, die uns droht. Ich verstehe es einfach nicht.
Gestern hat mein Spezialrad-Händler eine Radtour veranstaltet - und etwa ein Dutzend Leute kam. V.a. aus dem Landkreis Erding kamen sie mit Liegerädern und Velomobilen, aus meinem Landkreis war ich der Einzige. Dafür war heute der neue Radweg durch den Forst voll mit Skatern - das zeigt den Trend: Muskelgetriebene Fortbewegung lediglich als Fun-Sport, nicht als Verkehrsmittel. Für den Sport werden schließlich zur Zeit an allen Ecken und Enden neue Fitness-Center hochgerüstet.
Dieses Jahr erschien mir der Übergang besonders schnell: Bis vor einigen Wochen war es noch kalt und düster, dann kam der Frühling, und jetzt traut man sich ohne Sonnenbrille gar nicht mehr aus dem Haus. Da habe ich übrigens eine treffende Umschreibung gefunden - das, was uns Licht und Wärme spendet, ist der Evil Daystar.
Die Vögel sind zur Zeit auch ziemlich aktiv - aber warum denn schon so früh am Tag, vor dem Sonnenaufgang? Die spinnen. Und wenn ich nicht wüsste, dass der Kuckuck ein natürlich vorkommender Vogel ist, würde ich auf ein Produkt einer taiwanesischen Elektronikfirma tippen.
Neulich habe ich in einem Geschäft ein Gespräch eines Verkäufers
mit einer Bekannten mitbekommen; jener meinte, dass die Arbeit momentan nicht so
viel Spaß machen würde, weil nichts los sei - der Winterschlussverkauf
war gerade vorbei, und bis ungefähr Ostern sei noch Flaute zu erwarten.
Dass dann die Zeit so langsam vergehe, mache den Job mühsam. Interessant -
er beklagt sich nicht über zu viel, sondern über zu wenig Arbeit.
Was ist es also, das den idealen Job ausmacht? Abwechslung? Vielleicht; andererseits
hat mir jemand erzählt, wie er einen älteren Fabrikarbeiter auf dessen
monotone Fließbandarbeit angesprochen hat. Der Arbeiter entgegnete, dass
er ganz zufrieden sei, denn die Handgriffe seien ihm inzwischen derart in Fleisch
und Blut übergegangen, dass er sich überhaupt nicht mehr konzentrieren
müsse, sondern seine Gedanken schweifen lassen könne. Vielleicht ist so
ein Gleichgewicht zwischen Körper und Geist eine Voraussetzung für Spaß
an der Arbeit. Im Zivildienst habe ich mich beispielsweise schwer getan, weil
es ziemlich viel zu tun gab, obwohl die Arbeit nicht schwer war. Aber ich hatte
kaum Zeit zum Nachdenken, die oft ziemlich stupide Arbeit war geistig absolut
anspruchslos, und Mitdenken war weder erforderlich noch wirklich gewünscht.
Abends lag ich stundenlang wach, um nachzudenken, obwohl ich wirklich erschöpft
war, und tagsüber erledigte ich die Arbeit todmüde, aber geistig hellwach.
So sollte es keinesfalls laufen; aber das Gegenteil ist auch nicht gut. Wenn
man an eine knifflige Computer-Arbeit machen muss, darf einfach nichts dazwischen
kommen - Kopfweh oder Müdigkeit sind einfach tödlich, man muss seine besten
Stunden der Arbeit widmen, sonst reicht die Konzentration nicht aus. Und manchmal
denkt man an die anderen, die einen simplen Nebenjob im Supermarkt oder sonstwo haben;
da verdienen sie zwar nicht so viel, aber dafür kann man so etwas wirklich
nebenbei machen, auch wenn man gerade nicht so gut drauf ist.
Und wie sollte man arbeiten? Die selbstständige Arbeit wird gerne glorifiziert,
aber jeder Mensch stößt irgendwann an Grenzen - niemand kann alles
wissen und alle Tätigkeiten gleich gut. Da tut es gut, wenn man mit mehreren
Leuten zusammen arbeiten kann und sich die Begabungen und Fähigkeiten ergänzen,
so dass jeder idealerweise das tut, was er am besten kann, aber trotzdem alle
so viel Allgemeinwissen haben, dass sie verstehen, was jeweils die anderen tun
und warum. So ist die Firma nahezu die Summe der Stärken ihrer Mitarbeiter.
Es darf nur nicht so weit kommen, dass die Verwaltung, Kompetenzstreitereien und
mangelnder Überblick (die Basis versteht nicht, was das Management vorhat,
und letzteres hat keine Ahnung, was bei den Mitarbeitern eigentlich los ist)
die positiven Synergieeffekte (z.B. rationelle Bündelung gleichartiger
Tätigkeiten) zunichte machen.
Die Idee der neuen Bahn-Tarife ist ja nicht schlecht: für die Strecken gibt es Pauschalpreise, und längere Fahrten sollen einen geringeren Kilometerpreis als kurze Fahrten kosten. Aber durch weitere Regelungen hat es die Deutsche Bahn geschafft, dass Pendler mehr zahlen (Bahncard bringt nur noch 25%, außerdem benutzen sie Kurzstrecken), spontane Reisen praktisch nicht mehr bezahlbar sind (die glauben doch selber nicht, dass sie die Wagenkapazität an die Platzreservierungen anpassen), aber Langstrecken in schnellen Zügen verbilligt (d.h. für Kunden, die sowieso vorbuchen). Toll - so hat man die Stammkundschaft vergrault, und lockt mit viel Aufwand die Leute von der Konkurrenz (Flugzeug) weg. Entsprechend übel sind die Tricksereien gegen das System: Hin- und Rückfahrt als eine lange Hinfahrt definieren, mit Zwischenstopp am Zielort, oder regelmäßige Fahrten so verschränken, dass immer ein Wochenende dazwischen liegt. Nachdem wie zu erwarten die Zahl der Reisenden massiv eingebrochen ist, will die Bahn jetzt wieder Sonderangebote einführen - aber die Tarifreform sollte doch gerade das Tarifchaos beseitigen.
Kürzlich wurde eine Musik- und Theatergruppe im Nachbarort geehrt, weil diese schulübergreifend sehr engagiert mit viel Eigenleistung einige Aufführungen auf die Beine gebracht haben. Nicht schlecht - andererseits sollte so etwas halbwegs selbstverständlich sein; leider ist es bei uns immer noch eine rare Besonderheit, dass Lehrer engagiert etwas mit Schülern unternehmen und dass die Schulleitung das unterstützt, statt allen Bemühungen laufend Hindernisse in den Weg zu werfen.
Vorgestern kam im Fernsehen die sehenswerte Dokumentation "ABBA: The winner takes it all", wo die Geschichte dieser Erfolgsband und vor allem der Personen, die dahinter standen, vom Anfang bis zum Ende beschrieben wird. Zerbrochen ist die Band schließlich daran, dass es ein Leben komplett in der Öffentlichkeit war, jeder Schritt wurde beobachtet, und nach rund zehn Jahren wollten das nicht mehr alle unverändert weitermachen - es gab zwangsläufig Meinungsverschiedenheiten. Agnetha Fältskog zog sich dann zurück und hat nach eigener Aussage zehn Jahre lang weder Musik gemacht noch den Nerv gehabt, überhaupt Musik zu hören. Was muss der Erfolg für Spuren hinterlassen, dass es so weit kommen konnte?
Außerdem ist mir im TV etwas ganz Kurioses begegnet: "Dunkles rätselhaftes Österreich", in dem die Alpenrepublik aus der Sicht eines Afrikaners gesehen wird - genau so, wie Dokumentarfilme oft Eingeborene in Afrika darstellen. Beispielsweise wird von "kriegerischen Bergstämmen" berichtet, und dazu ein Bild von Böllerschützen bei einem Trachtenumzug gezeigt.
Gestern war ich in der umstrittenen Körperwelten-Ausstellung,
in der plastinierte Leichen ausgestellt sind. Für mich als medizinischen Laien war sie
sehr interessant. Besonders gefallen hat mir, dass räumliche Dinge wie z.B.
den Verlauf der Hauptschlagadern und der Harnröhre oder die Form der Bauchhöhle
sehr gut zu erkennen waren, ich kann mir jetzt endlich etwas darunter vorstellen. Weniger
interessant war das Skelett, denn Knochenpräparate kennt man schon aus der Schule oder
der Arztpraxis, oder flache bzw. kompakte Dinge wie die Lunge, die Leber, oder
Scheibenpräparate - die sehen nämlich "in echt" auch nicht viel anders
aus als auf Fotos/Zeichnungen in Büchern. Die Ausstellung profitiert eindeutig von der
dritten Dimension. Daher waren auch Präparate von einem vergrößerten
Herz, von verkalkten und vergrößerten Arterien oder von einem Herz
mit Infarkt (weißes Narbengewebe) sehr interessant, während andere Dinge wie
Krebsgeschwüre wohl nur von Fachleuten als solche zu identifizieren sind - ich zumindest
konnte da nichts erkennen.
Auffällig war, dass die allermeisten präparierten Leichen Männer waren.
Und ein Großteil der Besucher hatte offensichtlich eine medizinische Ausbildung,
zumindest waren von allen Ecken und Enden Fachbegriffe zu hören. In Erinnerung ist
mir ein älterer Rollstuhlfahrer geblieben, offenbar ein früherer Zahnarzt, der
aus einem guten Meter Entfernung das gesamte Gebiss einer Leiche analysierte und
detailliert den Zustand jedes einzelnen Zahns beschrieb. Es wäre sicher von Vorteil,
die Ausstellung in Begleitung eines Mediziners zu besuchen, der Dinge erklären kann
und auf Details aufmerksam macht, die ein Laie einfach übersehen würde.
Und was ist aus ethischer Sicht zu sagen? Definitiv wird hier Neuland betreten; noch
nie konnte man derart nah an tote Menschen herantreten. Die Präparate stehen
frei im Raum, kaum erhöht, nicht hinter Vitrinen oder Absperrungen verbarrikadiert,
man kann sich bis auf Zentimeter nähern. Das fand ich gut, denn so kann man sich
z.B. einfach den Arm von unten betrachten, oder richtig in den Brustkorb hineinschauen,
statt eine beschränkte Perspektive aufgezwungen zu bekommen. Auch die besonderen
Körperhaltungen, z.B. als Basketballspieler oder Radfahrer, fand ich positiv.
Man sieht das Innere des menschlichen Körpers auch einmal in einem gewöhnlichen
Bewegungsablauf, statt nur in der stocksteifen Standardperspektive. Keine Spur
vom angeblichen Missbrauch von Leichen als Kunstobjekte. Überhaupt: ich fühlte
mich in keiner Sekunde wie ein Voyeur, und der Anblick war auch nie befremdlich, eklig
oder sonstwas. Vielleicht, weil der Anblick einfach zu unwirklich war; bei kaum einer
Leiche waren überhaupt Reste von Haut oder Haaren zu sehen, und wenn, dann wirkte
die Haut unecht. Die Figuren hatten keine Gesichter, und das muss der Grund gewesen
sein, warum ich massive Probleme hatte, sie als Menschen zu sehen. Es hätten genauso
gut Puppen sein können, mit dem Unterschied, dass hier alles echt war, inklusive
Krankheiten und Implantaten. Vermutlich hätte ich eher Probleme, mich einer sehr gut
gemachten Schaufensterpuppe derart "intim" zu nähern,
als einem plastinierten Menschen. Mag sein, dass das anders wäre, wenn die Plastination
noch etwas realistischer wäre und man mehr von der Individualität des dahinter
stehenden Menschen erkennen könnte (z.B. Gesicht oder Frisur).
Die Präparate hatten einfach keine Persönlichkeiten mehr.
Selbst wenn ich wüsste, dass ich einen dieser ausgestellten Menschen gekannt hätte,
hätte ich Probleme, das Plastinat mit dem dazugehörigen Mensch in Verbindung
zu bringen. Wie soll man einem plastinierten Toten gedenken, wenn er keine
Grabstätte hat?
Insgesamt muss man sagen: Die Ausstellung spricht definitiv nicht die Sensationsgier im
Menschen an; die Erläuterungen sind alle kurz und wissenschaftlich-nüchtern,
und die Plastinate sind mehr 3D-Lehrbücher als Menschen.
Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren liegt wieder genug Schnee, dass bei uns die Langlaufloipen vollständig gespurt werden. Und es ist der Wahnsinn, wie viele Leute dieses Wochenende auf Skiern unterwegs sind! Selbst die entlegensten Loipen sind links und rechts von unzähligen Skistöcken regelrecht perforiert.
Gestern habe ich mal wieder Glas zum Recycling-Container gebracht. Dabei ist mir aufgefallen: früher gab es klar unterscheidbar grünes, braunes und weißes Glas, während die Flaschen in letzter Zeit zunehmend einen grün-braunen Farbton haben - in welchen Container soll ich die denn schmeißen?
Kürzlich habe ich gelesen, dass sich Internet-Firmen wie das Preisrecherche-Portal guensTiger.de inzwischen damit finanzieren, dass sie ihre Statistik verkaufen; so können Händler erfahren, wofür sich die Internet-Nutzer interessieren, und darauf reagieren. Finde ich gut, denn erstens sind die Statistiken anonym, die Privatsphäre des Einzelnen bleibt gewahrt, zweitens ist es auch für die Nutzer von Vorteil, wenn die Händler auf ihre Interessen eingehen können, drittens bekommen die Händler einen sehr objektiven Überblick der Kundenwünsche (im Gegensatz z.B. zu Umfragen mit nicht-repräsentativen Teilnehmern oder Suggestivfragen), und viertens hat die Internetfirma eine funktionierende Einnahmequelle. Im Gegensatz zu Dingen wie Bannerwerbung, wo den Leuten in mehreren Hypes versprochen wurde, dass umso mehr Geld eingenommen werden kann, je mehr Werbung vorhanden ist, je mehr Communities gegründet werden, je größer die Portalseiten werden oder je mehr man auf Push-Dienste setzt. Aber wer nur eine Minute scharf nachdenkt, wundert sich nicht, dass diese Buzzwords nicht das gehalten haben, was sie versprachen.
Jetzt ist es neun Tage her, dass die US-Raumfähre "Columbia" beim Landeanflug
zerbrochen und verglüht ist. Abgesehen von der menschlichen und technischen Tragödie:
erschreckend fand ich, dass man im deutschen TV in den ersten Stunden keine korrekte Berichterstattung
bekam. Die Flughöhe von rund 200000 Yards wurde als 6000 m übersetzt, und aus
Mach 6 wurde die 6-fache Lichtgeschwindigkeit. Peinlich - mit auch nur etwas Allgemeinwissen
kann man doch abschätzen, wie es richtig heißen muss. Höchstens Elementarteilchen
bewegen sich manchmal mit Überlichtgeschwindigkeit (z.B. Beta-Strahlung in Materie),
und sechsfache Schallgeschwindigkeit ist wohl nicht in 6 km Höhe möglich,
wenn dort der ganze Zivilluftverkehr abläuft und die Concorde ihre Mach 2 erst in
einer Höhe von knapp 20 km ausfliegen kann.
Irgendwie greift beim Winterdienst der Wahn voll durch: die Straßen werden derart freigesalzen, dass sie bereits wenige Tage nach dem Schneefall restlos frei und staubtrocken sind, während sich auf den Fußwegen der Schnee langsam in Eis verwandelt. Auf Autobahnen ist der Schnee kein Thema, sondern das viele Salz setzt sich auf der Windschutzscheibe fest, so dass man alle paar Kilometer die Scheibenwaschanlage anwerfen muss - deutlich zu viel des Guten. Auf Gehwegen ist es anders: der Splitt wird dort nur direkt nach dem Räumen gestreut, wenn er eigentlich überflüssig ist, und wandert in tiefere Schichten; wenn man einige Tage später blankes Eis hat, wird natürlich nicht mehr gestreut.
Wie schaffen die das, dass im Film "Der Herr der Ringe" derart viel Handlung in einem Film unterzubringen? Sowohl beim ersten als auch beim zweiten Teil hätte ich selbst direkt nach dem Kino echte Probleme gehabt, die Handlung nachzuerzählen. Übrigens hat ein Amerikaner ein Programm geschrieben, das Namen in Hobbit- und Elbensprache übersetzen kann; als die URL über heise.de und andere Newsportale verbreitet wurde, musste er seine Homepage zeitweise außer Betrieb nehmen - sie läuft nämlich auf seinem per DSL angebundenen Server zu Hause. Übrigens heiße ich in Hobbit-Sprache "Samwise Gamwich of the Bree Gamwiches", und die Elben würden mich "Tuor Táralóm" nennen.
Ein weiterer Film ist erwähnenswert: "Tron", er kam vor einigen Wochen im Fernsehen. Der erste computergenerierte Film, mittlerweile weit über zehn Jahre alt - und trotzdem beachtlich. Die Effekte mögen technisch einfach sein, aber sie sind beeindruckend, gegen diesen Film wirken moderne Computeranimationen wie "Toy Story" einfach nur primitiv.
Die neue c't hat wieder einmal dafür gesorgt, dass man sich an den Kopf langt: für das Nokia-Handy 7650 gibt es eine Software zur Speicherkomprimierung (Stacker und Space Doubler), weil der Arbeitsspeicher so knapp ist; die Tauschbörse Kazaa darf, obwohl sie ihren Firmensitz in Vanuatu hat, vor einem US-Gericht angeklagt werden, weil amerikanische User die Software nutzen; das Nähmaschinen-Spitzenmodell der Firma Bernina läuft unter Windows CE; und unter www.projectmagenta.com liest man von einem Bastler, der sich aus dem MS-Flugsimulator und diversen Monitoren/Schaltern ein voll funktionsfähiges Flugzeugcockpit gebaut hat...
Aber getoppt wird das wiedermal vom Focus: der Erfinder des Elektrorollers "Segway" wird da als großer Visionär gefeiert. Für ein akkubetriebenes Ding, das zwar von alleine das Gleichgewicht hält, aber eine sehr begrenzte Reichweite hat und rund 20 kg wiegt. Er glaubt, dass so das Verkehrsproblem in den Städten gelöst werden kann - dabei gibt es doch schon lange Falträder, die schneller fahren und dabei leichter und billiger sind.
Nicht alles ist so, wie es aussieht: Natürlich bekommen große Lebensmitteldiscounter saftige Mengenrabatte beim Einkauf, aber dass sie außerdem durch No-Name-Marken Geld sparen, ist nicht in allen Fällen richtig. Denn viele No-Name-Produkte stammen vom gleichen Hersteller aus der gleichen Fabrik wie die entsprechenden Markenprodukte - feststellen kann man das, indem man z.B. die Veterinärkontrollnummern (wie z.B. "D BY 718") vergleicht. Weitere Informationen hierzu bei www.lebensmittelmarken.de und Aldibaran (erstaunlich, es gibt eine eigene Newsgroup für Aldi-Freunde (de.alt.fan.aldi), dies ist die Webseite dazu).
Und noch eine aufgedeckte Täuschung: Bielefeld existiert nicht! Was wir schon immer vermutet haben, ist jetzt auch auf diversen Seiten schriftlich niedergelegt - siehe dmoz.org. Niemand kennt jemanden aus Bielefeld, und als ich vor einem halben Jahr durchgefahren bin, stellte sich heraus, dass die angebliche Kunsthalle mit der Rodin-Statue davor verhüllt war. Eine perfide Täuschung, beides existiert demnach überhaupt nicht, vermutlich Potemkinsche Dörfer. Aber man kann auch Vorteile daraus ziehen: ein Freund wollte die Expo 2000 in Hannover besuchen und fand dort kein freies Hotelzimmer. Also schloss er messerscharf: wenn Bielefeld nicht existiert, dann kann es auch nicht ausgebucht sein - und so war es...
Vorhin habe ich gelesen, dass Apple in die neuen PowerBooks Lichtleiter einbaut, die, von einem Helligkeitssensor gesteuert, die Tastatur bei Dunkelheit beleuchten. Das nenne ich innovativ! Wirklich ein Wunder, dass da noch kein anderer Hersteller draufgekommen ist. Anscheinend benutzen die ihre Laptops immer nur in gut beleuchteten Büros. Ich vermisse die Tastaturbeleuchtung schon lange, und so habe ich schon vor über einem Jahr meine USB-Tastaturbeleuchtung entwickelt. Etwa genauso lange dürfte es die vergleichbare Beleuchtung mit Schwanenhals zu kaufen geben (erhältlich bei digitalnoma.de).
Kürzlich wurde im Fernsehen etwas über Computer und Musik gebracht. Unter anderem über
eine Webseite, wo man Lieder downloaden kann. Mit dem Kommentar: "Leider nur im qualitativ
schlechten MIDI-Format." Aua! Das ist ähnlich sinnvoll, wie wenn ich in ein Musikgeschäft
gehe und feststelle, dass es dort keine CDs oder Kassetten gibt, sondern nur die qualitativ schlechten
Notenhefte. Denn MIDI-Dateien enthalten nichts anderes als Noten, die auf einem MIDI-kompatiblen
Gerät abgespielt werden können.
Tja, Fernsehen und Computer - das geht wohl nicht gut. Nicht nur, dass es bisher keine Computersendung
gab, die vom Niveau her nicht grottenschlecht war; auch sprachen die Webseiten der Sender bis vor
einiger Zeit für sich. Bitmap-überladen, auf eine feste Bildschirmgröße fixiert
und vollgestopft mit Werbung, die Nutzinformation homöopathisch verdünnt. Den Kindern wird
oft erzählt, dass man durch zu viel Fernsehen eckige Augen bekommt. Bei den Webdesignern der
Sender scheint das eingetreten zu sein.
Zum Jahreswechsel gab es im SZ-Magazin ein Lexikon mit Begriffen, die im vergangenen Jahr aktuell waren - zum Beispiel EM.TV, Kirch und Rudi Völler. Ebenfalls dabei war der Begriff "Cellular Automata", angeblich hat ein Professor damit eine Bahn brechende Theorie über das Leben aufgestellt. Aber was ist daran neu? Dieser Algorithmus, auch unter dem Namen "Game of Life" bekannt, geistert schon seit etlichen Jahren durch die Computerwelt (er wurde 1970 von John Conway entwickelt), und unzählige Programmierer haben Implementationen für alle denkbaren Plattformen geschrieben. Trotzdem: faszinierend ist er; und auf dieser Webseite ist er wunderbar erklärt.
Und dann habe ich noch etwas Interessantes gelesen. Bei den meisten Glücksspielen, die in Casinos angeboten werden, kann der Spieler das Ergebnis überhaupt nicht beeinflussen, und die Wahrscheinlichkeit liegt so, dass im Durchschnitt das Casino gewinnt - zum Beispiel bei Roulette, wo es 37 Felder gibt, aber pro Feld nur den 36-fachen Einsatz zurück; das letzte 1/37 geht ans Casino. Den Lauf der Kugel kann man nicht beeinflussen, und auch Betrugsmethoden, die Unregelmäßigkeiten des Spieltisches oder Croupiers ausnutzen, sind sehr zeitaufwändig und unzuverlässig. Aber Blackjack ist etwas anders, denn dort bestimmt der Spieler selbst, ob er noch eine Karte will oder aussteigt; obwohl natürlich auch dort die Reihenfolge der Karten nicht vorhersagbar ist. Wenn man aber ein schneller Denker ist, kann man aus den bereits auf dem Tisch liegenden Karten die Wahrscheinlichkeiten für die kommenden Karten berechnen und so ermitteln, ob es statistisch günstiger ist, weiterzumachen oder aufzuhören. Wenn man dabei keinen Fehler macht, hat man im Durchschnitt einen leichten Vorteil von rund 2% - pro Spiel ist das zwar unauffällig, aber auf Dauer gewinnt man. Natürlich wissen die Casinos davon, und passen mit Argusaugen darauf auf, dass die Spieler nicht mitzählen. Aber ein paar Studenten vom MIT haben dieses Verfahren perfektioniert, in Teams gearbeitet und sich so unauffällig wie möglich verhalten. Über die Jahre haben sie so mehrere Millionen Dollar gewonnen. Beschrieben hat diese wahre Geschichte der Autor Ben Mezrich in dem Buch "Bringing Down the House".