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Warum ich Rad fahre

Warum?

Ich fahre gerne Rad, weil...

Und ich interessiere mich für Fahrräder, weil das Fahren mit einem gut funktionierenden Rad viel mehr Spaß macht; es läuft leichter und ruhiger, man kann schneller fahren, und bleibt weitgehend von Pannen verschont. Weil die meisten Fahrradhändler nur Billigkomponenten verkaufen (denn sie gehen vom Normalkunden aus, für den 500 Euro für ein komplett ausgestattetes Fahrrad schon viel ist, aber der sich in sein 20000-Euro-Auto ein 300-Euro-Radio einbaut), Reparaturarbeiten nur schlampig machen und teuer sind, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich selbst zu informieren, was gut ist, und wie man sich um das Fahrrad kümmert.

Weitere Gründe für das Radfahren und Ratschläge findet man übrigens auf Glenn Elerts Webseite Get Bent – er hat sich im Laufe der Zeit zu einem leidenschaftlichen Radfahrer entwickelt und mit seinem Langlieger die USA durchquert.

Wie kam es dazu?

Das Radfahren habe ich erst relativ spät gelernt, weil meine Eltern aus unerfindlichen Gründen gegen ein Kinderfahrrad mit Stützrädern waren und dann mein erstes Fahrrad mit 20"-Rädern gleich recht groß war – anfangs konnte ich nur mit fremder Hilfe aufsteigen (mit den Füßen kam ich nicht bis zum Boden), und die am Anfang häufigen Stürze führten dadurch auch zu permanent aufgeschürften Knien.

Aber das hielt mich nicht ab; jedoch war das nächste Fahrrad ein ziemlicher Schrott. Es hatte eine Dreigangschaltung und war mir mit seinen 24"-Rädern anfangs noch viel zu groß (d.h. die ersten Abstiege waren eher kontrollierte Stürze und oft schmerzhaft), aber Kettenschutz und Schutzbleche klapperten und schleiften, der Sattel war unbequem, so richtig Spaß kam damit nicht auf.

Erst mit meinem dritten Fahrrad kam Freude am Fahren auf: es war ein kleines Mountainbike (damals, ca. 1987, kamen die MTBs gerade erst auf) mit einer 10-Gang-Kettenschaltung (natürlich ohne Rasterung, aber immerhin waren die Schalthebel schon oben am Lenker). Ich bekam es nur, weil meine Eltern nicht bemerkt hatten, dass es keine Rücktrittbremse hat, die sie viel sicherer fanden (kann ich bis heute nicht verstehen). Zwar war dieses MTB mit seinem massiven Stahlrahmen nicht gerade ein Leichtbau, aber es fuhr sich gut. Von der Technik konnte man aber weniger Positives berichten: die Schutzbleche rissen aus ihren Befestigungen aus (durch das dauernde Klappern), und die Stahlfelgen reduzierten bei Nässe die Bremswirkung auf annähernd Null (krass, dass so etwas an ein Kinderfahrrad gebaut wird).

1992 (ich war 14) war es dann wieder Zeit für ein neues Fahrrad – nach einem Sturz mit komplett aufgeschürftem Unterarm haben meine Eltern endlich eingesehen, dass das Kinder-Mountainbike für mich inzwischen zu klein und technisch fahrlässig war. Ich bekam dann ein Trekkingrad: „Staiger Marabu“ mit 21-Gang-Schaltung, Cantileverbremsen und 28"-Rädern. Im Unterschied zu den vorigen Rädern war dieses endlich technisch einigermaßen in Ordnung; die Bremsen hatten zwar kaum Spiel zum Justieren (d.h. mussten oft nachgestellt werden) und die Felgen (28", Alu, keine Hohlkammerfelgen) bekamen häufig einen Achter (zuletzt rissen die Speichen reihenweise), aber ansonsten war es ein schönes Fahrrad. Bereits mit dem Mountainbike bin ich im Sommer öfters die 5,5 km in den Nachbarort zur Schule gefahren, mit diesem Rad führte ich das fort und fuhr immer mehr, bei jedem Wetter. Ich hätte zwar auch die S-Bahn nehmen können, aber das Radeln machte Spaß, ich war schneller, und insgesamt sogar pünktlicher als der Zug. Und weil ich immer einen Tacho am Fahrrad habe (schon seit dem Mountainbike), konnte ich immer sehen, wie schnell ich war, und mich verbessern – ein Schnitt von 22 km/h war normal, 24 km/h war gut (dank einer Steigung dazwischen und Stadtverkehr habe ich es später auch nur ein einziges Mal geschafft, den Schnitt auf 30 km/h zu bringen).

Seit 1997 (da war ich 18) habe ich mein jetziges Mountainbike, das ich mir selber kaufen musste und das fast so viel gekostet hat wie alle vorigen Räder zusammen. Trotzdem: ein guter Kauf – abgesehen von Kleinigkeiten (Schaltzüge, Speichen) ist nie etwas kaputt gegangen. Ich radelte weiterhin immer öfter und immer schneller in die Schule (zuletzt war ein Schnitt von 26 km/h normal), was dazu führte, dass das wohl irgendwie mein Markenzeichen wurde – bei der Abiturzeugnisverleihung spielten sie bei mir das Lied „Bicycle Race“ von Queen. Und ohne jemals eine längere Radtour gemacht zu haben, fuhr ich anschließend zusammen mit einem Freund in zwei Tagen von zu Hause über die Alpen (über die bis zu 2500 m hohe Großglockner-Hochalpenstraße) nach Bibione (die Abi-Fahrt unseres Jahrgangs) – war cool.

Ende 1998 war dann der Bedarf für ein Stadt-Fahrrad da (weil ich immer mit der S-Bahn nach München fahren musste, d.h. kaum noch zum Radfahren kam), ich kaufte mir das Brompton und nutzte es intensiv. 2001 bot mir dann jemand ein Liegerad an. Ich wollte schon immer eines haben – schon seit fast zehn Jahren träumte ich davon –, aber ich hatte keinerlei Fahrpraxis und wusste auch nicht, ob die Speedmachine für mich geeignet war. Es half alles nichts – ich musste mich entscheiden. Wenigstens konnte ich mir sicher sein, dass die Qualität des Rades absolut unübertroffen ist – und wenn ich in der Vergangenheit etwas über Fahrradtechnik gelernt habe, dann das, dass man nie an der Qualität sparen soll, weil es sich sonst rächt. Also griff ich zu, und zahlte wieder fast so viel, wie für alle anderen Räder, die ich jemals besessen habe, zusammengenommen – aber ich glaube, es hat sich gelohnt.

Informationsquellen

Der normale Händler kennt sich oft nur bei modischen Mountainbikes aus, aber bereits Liegeräder kennt er nur vom Hörensagen, und ein Brompton hat er noch nie gesehen. Andere Informationsquellen müssen her: