
Wenn man mit einem Liegerad fährt, kann man natürlich nicht gleichzeitig einen Rucksack tragen. Aber wenn man zu Fuß unterwegs ist, ist ein Rucksack das einzig Vernünftige; es macht keinen Spaß, Satteltaschen durch die Gegend zu schleppen.
Kurz gesagt: ich brauchte eine Transportmöglichkeit für meinen Rucksack. Ich habe mir einen billigen Plastik-Faltkorb genommen, unten zwei Holzleisten hingeschraubt (damit er auf dem Gepäckträger gut sitzt) und ihn mit Gurten auf den Gepäckträger geschnallt. Jetzt kann ich meinen Rucksack einfach in den Korb schmeißen, und weil der Korb direkt hinter meinem Kopf sitzt, merkt man keinen erhöhten Luftwiderstand. Weil mein Rucksack eine integrierte Regenhülle hat, kann ich bei Regen diese einfach über den gesamten Korb ziehen – Rucksack und Schloss bleiben trocken.
Funktioniert erstaunlich gut; aber folgende Probleme sollten noch ausgeräumt werden (bzw. machen eine Neukonstruktion sinnvoll): erstens ist da Konstrukt zu instabil (der Korb hat einen zu weichen Boden, verformt sich), zweitens wird das Rücklicht durch den überstehenden Korb teilweise verdeckt, drittens klappert er fürchterlich, wenn er zusammengefaltet ist, und viertens kann man keine Satteltaschen gleichzeitig befestigen. Vielleicht wird es auch mal ein selbstgebauter Heckkoffer (der würde außerdem die Aerodynamik etwas verbessern), aber der ist sehr aufwändig zu bauen, bringt weiteres Gewicht, geht leicht kaputt (wenn das Fahrrad umfällt) und wirkt als Resonanzkörper verstärkend für Vibrationsgeräusche.
Auch in Hosentaschen sind Gegenstände nicht gut aufgehoben, sie können rausfallen (auch wenn das nur selten passiert). Daher transportiert man den Geldbeutel und die Schlüssel besser in einer Bauchtasche. Wenn ich längere Strecken fahre, habe ich auch das Handy in der Bauchtasche, und kann über die Freisprecheinrichtung während der Fahrt Anrufe entgegennehmen.
Sehr praktisch für Tagestouren ist die Gepäckträgertasche von Karstadt (Markenname: Alex), die man mit Klettverschlüssen befestigt und die per Reißverschluss ausklappbare Seitentaschen hat.
Wenn man eine Straßenkarte braucht, dann transportiert man sie am besten unter der Sitzauflage. Dort liegt sie sicher und flach, aber ist mit einem Griff zur Hand. Natürlich nicht während der Fahrt, aber da sollte man sich lieber auf die Straße konzentrieren.
Weil man schwitzt, empfiehlt es sich, ein schnelltrocknendes Fahrrad-Trikot anzuziehen.
Damit ich die Strecke, die ich gefahren bin, aufzeichnen kann, habe ich am Lenker ein GPS: das GPS II+ von Garmin. Als Backup-Navigationsgerät habe ich zusätzlich eine Kompassklingel.
Für Getränke habe ich zwei Flaschenhalter links und rechts unter dem Sitz. Ich hatte auch einmal einen Halter mit Klemmbefestigung auf dem Lenkervorbau (Beto BC-105C), aber der war dann zu sehr im Blickfeld. So habe ich momentan nur einen Flaschenhalter frei, denn im anderen steckt die Druckluft-Hupe. An heißeren Tagen kann ich auch einen Camelbak-Trinksack am Gepäckträger befestigen (in einer Tasche) und während der Fahrt trinken. Am Schlauch ist eine Klammer, die an einem Skizip befestigt ist; so räumt sich dieser nach der Benutzung gleich wieder auf, anstatt herunter zu hängen, am Boden zu schleifen oder in die Speichen zu geraten.
Bei hohen Geschwindigkeiten hören Leute, die einem den Weg versperren, eine Fahrradklingel viel zu spät. Ein lauteres Warnsignal muss her: die Druckluft-Hupe Ecoblaster (hat ein Autoventil, kann man mit der normalen Luftpumpe auf bis zu 7 Bar aufpumpen) – die ist wirklich nicht zu überhören. Unterbringen tut man sie in einem ganz normalen Flaschenhalter.
Schon zweimal hatte ich einen Snakebite, weil ich auf Fahrradwegen gegen Kanten (= Baustelle bzw. tiefes Schlagloch) gefahren bin, die man kaum sehen konnte. Wegen der hohen Geschwindigkeit passiert so etwas einfach leichter. Ich glaube, ein breiterer Vorderreifen wäre daher eine gute Idee.
Wenn man anhält, steht man mit seinem Gewicht nicht auf den
Füßen, sondern liegt weiterhin im Sattel und stützt sich
mit den Füßen nur ab. Dabei kann das Fahrrad natürlich wegrollen,
wenn die Straße nicht eben ist. Eine Feststellbremse muss her.
Ein Freund hat mir den Tipp gegeben, die Bremsgriffe mit starken Gummiringen
(= von einem alten Fahrradschlauch abgeschnitten) festzustellen. Nicht schlecht,
aber jetzt habe ich etwas besseres: Rennrad-Pedalriemen, die am
Lenker befestigt sind und bei Bedarf einfach über die Bremsgriffe gelegt
und angezogen werden – und dank Schnalle sofort leicht zu lösen.
Weil ein Liegerad für Kurzstrecken eher ungeeignet ist, wollte ich wissen, ob es sinnvoll ist, dafür ein zweites Verkehrsmittel dabei zu haben: einen Microscooter. Ich habe ihn am Liegerad hinter dem Sitz festgebunden, und konnte am Ziel damit herumrollern. War ganz witzig, mehr aber auch nicht; der Nutzwert war eher gering... aber immerhin: am Liegerad störte der Microscooter kein bisschen, kein zusätzlicher Luftwiderstand, die ganzen 80 km spürte ich keinen Unterschied...
Folgende Dinge mussten repariert werden:
Lenker-Vorbau (2002): Es gab eine Rückrufaktion für Deichsellenker, weil die Führung der Kabel (Bremsen, Schaltzüge) durch den Lenker hindurch als zu instabil erachtet wurde – der neue Vorbau führt die Kabel unten entlang. Das dürfte aber eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen sein; ich hätte dem alten Lenker weiterhin vertraut (man belastet ihn ja nicht besonders, macht keine Klimmzüge daran).
Hydraulik-Scheibenbremse (September 2004): Das Modell Magura Julie erwies sich nicht nur bei mir als problematisch; der Druckpunkt wanderte immer weiter weg, so dass man immer erst „pumpen“ musste, bis eine Bremswirkung einsetzte. Schließlich versagte die Vorderbremse komplett – eines Tages lief das Hydrauliköl aus. Anscheinend ist die automatische Nachstellung mangelhaft. HP Velotechnik war so großzügig, mir eine neue Bremse zu spendieren. Danke!
Tretlagerausleger-Klemmung (Sommer 2005): Nachdem sich das Tretlager verdrehte, zog ich es fester an; ich wusste zwar eigentlich, dass der Abstandhalter zwischen den Rohren zu weit in den Rahmen hinein gerutscht sein kann; allerdings hatte ich dieses Problem nur einmal am Anfang, und seitdem war jahrelang Ruhe; es sah auch nicht so aus, als hätte sich das Kunststoffteil bewegt. Aber durch mein zu festes Anziehen der Klemmung brach diese teilweise ab, so dass die Klemmwirkung nicht mehr gegeben war. Ich habe lange recherchiert, aber niemanden gefunden, der mir dieses Teil schweißt. Aber HP Velotechnik reparierte es auf Kulanz (!); sie spendierten mir einen neuen Rahmen (der jetzt zwei Klemmungen hat) und ein neues Abstandsstück, das eine Nase hat, so dass es nicht mehr hineinrutschen kann. Damit sollte das nicht mehr passieren können. Danke!
Kettenleitrolle gebrochen (Mai 2006): Plötzlich machte die Kette unter dem Sitz ein lautes Geräusch. Was es genau war, kann ich nicht sagen; anscheinend hatte sich das hintere obere Kettenleitrohr gelöst und nach vorne bewegt, so dass es von der Kette halb in die Kettenleitrolle hineingezogen wurde. Mir gelang es nicht, das wieder richtig hinzubiegen; zumindest wurde kurz danach die Kette irgendwie abgelenkt, so dass sie schräg in die Kettenleitrolle lief und aus dieser ein Stück der Seitenführung herausbrach. Ich konnte es reparieren durch ein Stück aufgeklebtes Blech (aus einem Gurkenglasdeckel), aber das hielt auch nur 50 km. Also kleine Ursache mit vergleichsweise großem Folgeschaden; eine neue Rolle musste her. Diese war zwar teuer (40 €), ist aber auch etwas besser als die alte; Gummiringe neben der zentralen Lauffläche sorgen für einen ruhigeren Kettenlauf.
Gabel gebrochen (Dezember 2006): Bei einer Bremsung vor einer Ampel fühlte es sich plötzlich so an, als würde das Vorderrad zur Seite ziehen. Ein Defekt war nicht zu sehen; also fuhr ich vorsichtig weiter und benutzte vor allem die hintere Bremse, wodurch der Effekt nicht auftrat. Ich vermutete ein Problem mit der Headshok-Federung, aber unter dem Faltenbalg schien alles in Ordnung zu sein. Erst bei Tageslicht war zu erkennen: Die Gabel war auf der linken Seite halb eingerissen, und zwar direkt oberhalb der Befestigung des Scheibenbremssockels. Der Riss verlief von hinten nach vorne, machte also beim Bremsen keine Probleme – aber wenn man die Vorderbremse entlastet, bewegt sich der Rahmen rückwärts, der Riss öffnete sich und das Rad wurde nach links gezogen.
Dämpfer kaputt (Sommer 2009): Dass etwas mit dem Dämpfer nicht stimmt, habe ich nur von Mitfahrern erfahren, die gesehen haben, dass sich das Hinterrad ungewöhnlich stark bewegt. Ich hatte mich zwar über die Geräusche gewundert, die die Schutzblechstreben machen, konnte mir aber keinen Reim drauf machen (denn alles sah auf den ersten Blick in Ordnung aus) – es stellte sich jedoch heraus, dass das Dämpferelement undicht war, das Öl ist ausgelaufen, und so wirkte nur noch die Stahlfeder. Damit war es nach wie vor komfortabel gefedert, nur nicht mehr gedämpft, und das Hinterrad federte so stark ein, dass die Schutzblechschrauben an die Gepäckträgerstreben stießen und letztendlich das Schutzblech zwischen Reifen und Gepäckträger zerbrochen wurde und auch das Schutzblech die Anschlusskabel des Rücklichts abgehackt hat. Im Stand kann man das fast nicht glauben, weil ein so starkes Einfedern extrem viel Kraft erfordert, aber während der Fahrt passiert es. Der Ersatzdämpfer war übrigens spottbillig.
Gepäckträger gebrochen (Januar 2010): Auf der rechten Seite hat sich der Schweißpunkt, wo die mittlere Strebe hinter dem Sitzt befestigt ist, gelöst.
Insgesamt also angenehm wenig; und manche diese Dinge wurden in späteren Modellen verbessert, d.h. dürften vielleicht heute seltener Probleme machen. Zudem zeigte sich HP Velotechnik sehr kulant. Insofern ist der hohe Kaufpreis nicht überzogen, wenn sich dafür die Reparaturen und auch deren Kosten in Grenzen halten.