Wie bin ich? Hier ein höchst subjektiver Versuch, meine Eigenschaften und Vorlieben zu skizzieren.
ruhig – ich hasse sinnlosen Smalltalk, rede nur, wenn ich etwas zu sagen habe
ernst – nichts gegen Witze und tiefgründigen Humor, aber oberflächliche Albernheit mag ich nicht
nachdenklich – bin nicht spontan, sondern muss über alles erstmal nachgedacht haben; ich löse Dinge viel lieber durch Nachdenken als durch zielloses Herumprobieren, und bin überzeugt, dass man – entsprechend viel Wissen und Intelligenz vorausgesetzt – jedes Problem durch Nachdenken lösen kann
perfektionistisch – was ich mache, will ich perfekt machen und komplett verstanden haben
auf der Suche nach Sinn und Wahrheit – ich setze ungern etwas als konstant voraus, sondern will für alles die tieferen Gründe und den Sinn erfahren, und entsprechend mein ganzes Verhalten immer begründen können, um mir sicher zu sein, dass es allgemeingültig und aus jeder Perspektive richtig war
konsequent – ich zögere oft, aber wenn ich etwas mache, dann bis zum Ende
stur und eigensinnig – Ich kann mich mit fast allem arrangieren und unterordnen, solange ich vom Nutzen überzeugt bin und es der gemeinsamen Sache dient; aber man kann mich kaum dazu bringen, meine – meist sorgfältig überlegte) Meinung oder mein Verhalten zu ändern – entsprechend selten passiert es) – außer durch überzeugende Argumente. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich manchmal unfreiwillig in der Rolle eines kleinen Rebellen wiederfinde – ich bin sicher nicht der Typ, der prinzipiell „immer dagegen“ ist, aber ich bin eben auch kein Mitläufer, sondern muss selbst den Sinn in etwas erkennen.
pragmatisch – ich hasse unsinnige Sisyphusarbeit; das hat mir im Zivildienst das Leben teilweise schwer gemacht
ein hemmungsloser Optimierer – Ich bin lieber faul, statt nutzlosen Aktivismus an den Tag zu legen; etwas Chaos ist in Ordnung, solange man sich zurechtfindet, und darauf kommt es schließlich an. Ich hasse unnötige Ressourcenverschwendung jeder Art, entsprechend bin ich sparsam und manchmal asketisch bis geizig.
misstrauisch – ich tue nichts, nur weil andere es sagen oder auch tun – ich muss selbst davon überzeugt sein
unentschlossen – ich hasse schwierige Entscheidungen, bei denen die Argumente nicht eindeutig dafür oder dagegen sprechen, und ich mir so nie sicher sein kann, die richtige Entscheidung getroffen zu haben; in solchen Situationen, in denen ich unsicher bin, lege ich mich am liebsten nicht fest und will flexibel bleiben
geduldig, und habe meine eigene Arbeitsweise – d.h. Arbeiten mache ich in meiner eigenen Reihenfolge; wenn ich etwas verspreche, kann man einigermaßen sicher sein, dass ich es mache – aber nicht, dass es sofort geschieht, es kann eine halbe Ewigkeit dauern
konfliktscheu und friedliebend – Ich gehe Konflikten am liebsten aus dem Weg; ich streite ungern, weil ich erst einmal über die Argumente des Anderen nachdenken muss, statt einfach meine Meinung sagen zu können, und verschweige und verdränge daher oft meinen Ärger. Ich kann sehr viel wegstecken und entschuldigen, aber umgekehrt bin ich auch sehr nachtragend, wenn es zu viel geworden ist.
am liebsten fehlerlos – ich hasse es, Fehler zu machen (vielleicht, weil sie bei Perfektionismus umso folgenschwerer sind) und oft auch zuzugeben – wissend, dass diese erstens nur menschlich sind und zweitens manchmal der einzige Weg, um weiter zu kommen; daher will ich mir in allem immer absolut sicher sein, daher mag ich kein „Trial&Error“ – weil man dabei etwas übersehen könnte, auch wenn es realistisch gesehen meist egal wäre) und versuche die Fehler durch vorherige Suche nach einer „absoluten Wahrheit“ auszuschließen
ein Beobachter – nach dem Motto: „Menschen lernen aus Fehlern, kluge Menschen aus den Fehlern anderer“, und daher bewege ich mich eher im Hintergrund, leise und unauffällig
ein Forscher – manchmal mache ich etwas verrückte Sachen (wie z.B. so mancher Fahrrad-Wahn), um herauszufinden, wo die Grenzen sind und um die Möglichkeiten abschätzen zu können – also letztendlich um herauszufinden, ob ich auch wirklich auch alles bedacht habe – Perfektionismus) und ob meine Meinung wirklich richtig ist (Suche nach absoluter Wahrheit)
ein Autodidakt – ich lerne Dinge am besten, wenn ich mich selbst in sie hineinarbeite, und so selber auf Probleme stoße – von deren Existenz ein anderer, der es nur erklärt bekommt, womöglich keine Ahnung hat) und Lösungen suchen muss; angefangen hat das bereits im Kindergarten, wo ich mir selber das Lesen und Schreiben beigebracht habe, in der Art „Wie heißt dieser Buchstabe? Und dieser?“
ein Erzähler und Erklärer – es macht mir Spaß, Dinge zu erklären; leider interessiert sich nicht immer jemand dafür. Dann erzähle ich es schriftlich meiner Homepage, die dann auf Leser wartet.
ein Sammler – egal ob Dinge oder Informationen; man weiß ja nie, wofür man es gebrauchen könnte, und so werfe ich praktisch nie Bücher weg, die ich gelesen habe (sondern kann mich an den ungefähren Inhalt erinnern und jederzeit nachschlagen; das Buch gewissermaßen als ausgelagertes Detailwissen), oder Dinge, an denen bestimmte Erinnerungen hängen – und somit auch Gedächtnisstützen sind)
manchmal unordentlich, und zwar habe ich wohl eine leichte Tendenz zu einem Messie (bzw. auch hier). Das bedeutet: bei mir herrscht nicht Chaos, weil ich prinzipiell schlampig bin, sondern es ist eine Folge des Scheiterns. Nicht, weil ich zu wenig Sinn für Ordnung habe, sondern weil ich im Gegenteil zu viele Dinge zu fein klassifizieren will, und daran einfach scheitere. Typischerweise sind auf dem PC die Dateien fast perfekt sortiert – weil es schnell geht und Speicherplatz im Überfluss vorhanden ist), aber auf dem Schreibtisch und am Boden stapeln sich die ganzen Papiere, die mit der Zeit bei mir einlaufen und nirgendwo sinnvoll aufgehoben werden können – aber wegschmeißen will ich ja auch nichts. Ich interessiere mich gerne für zu viele Dinge, will sozusagen die ganze Welt verstehen und ordnen, und scheitere dann dabei, Unkategorisierbares in Kategorien zu stecken. Ich mache mir den Alltag anscheinend gerne unnötig kompliziert bzw. handle so, dass für Routineaufgaben nicht genug Zeit oder Energie übrig bleibt. Damit zu tun hat wohl, dass ich schon seit frühester Kindheit sehr an materiellen Dingen hänge – vollkommen unabhängig vom objektiven Wert), weil sie untrennbar mit Bedeutungen – Vorhaben, Erinnerungen) verbunden sind; die Gegenreaktion dazu ist ein ständiges Bilanzieren, wie viel ich wirklich brauche. Und wohl als Ergebnis davon zu sehen ist meine Vorliebe für faltbare Gegenstände: ich kann sowohl einen gewissen Minimalismus pflegen, als auch immer alles dabei haben.
Ich habe festgestellt, dass die in „A Portrait of J. Random Hacker“ genannten Eigenschaften teilweise verdammt gut auf mich zutreffen – vgl. meine kommentierte Version; grün = zutreffend, rot = unzutreffend) – es ist sicher nicht falsch zu sagen, dass ich ein Hacker bin. Und offenbar habe ich auch ein Problem mit Verpeilung.
Modetrends jeglicher Art
Wendehälse, inkonsequentes Verhalten jeder Art
Denkfaulheit und Unfähigkeit, über den geistigen Tellerrand zu schauen: Wenn man schon uninteressiert ist, dann sollte man wenigstens nicht auch noch die Arroganz haben, das eigene bescheidene Wissen als das Maß aller Dinge anzusehen.
Unfähigkeit zur Selbstkritik: Ich denke über mein Verhalten und Kritik nach, und erwarte das auch von allen Anderen.
Intoleranz: Ich habe keine Probleme mit Eigenheiten und Verrücktheiten bei anderen Leuten – und ich erwarte, dass man ebenso meine Spleens akzeptiert.
leeres Gelaber; wenn der Mund schneller ist das das Hirn
Wichtigtuer, Yuppies, Managertypen und Buzzwords
Oberflächlichkeit, Unehrlichkeit
unsachliche Argumentation: Wenn ich mit jemandem eine Auseinandersetzung habe, dann versuche ich, meine Meinung mit Argumenten zu begründen, und erwarte, dass man mir Recht gibt, wenn die Argumente einleuchtend sind. Entsprechend gebe ich auch jedem Recht, der mich argumentativ überzeugen kann. Aber ich habe ein massives Problem damit, wenn ich nachweisbar die besseren Argumente habe, aber trotzdem nicht ernst genommen werde. Ich hasse diese Rechthaberei bis aufs Letzte, aber leider bin ich kaum in der Lage, etwas dagegen zu tun. Mir fällt es schwer, in solchen Situationen meine Empörung klarzumachen; wo Sachlichkeit nichts zählt, habe ich nichts entgegenzusetzen.
Alkohol und Drogen: Gegen Probleme und Schüchternheit muss man Lösungen finden und Ursachen bekämpfen, ansonsten hat man das Problem nur verdrängt. Ich tue mich schwer, etwas Unangenehmes zu vergessen, und will mich daher weder an verdrängte Probleme noch an irgend ein peinliches Verhalten erinnern müssen, das aus Drogenmissbrauch resultierte. Ich will mein Verhalten immer selbst im Griff haben. Wenn ich mich ablenken will, hocke ich mich vor den Fernseher und gebe mir die volle Dosis... letztendlich auch eine Art Droge, aber zumindest ohne langlebigen Folgen.
Streit und Intrigen: Das ist eine absolute Energieverschwendung; es sollte immer um die gemeinsame Sache gehen und alle sollten zusammen arbeiten, egal ob jeder für sich ein Teilgebiet bearbeitet oder man das Problem im Team löst.
Ballsportarten
Sommerhitze und pralle Sonne: Da gehst ja kaputt; meine Betriebstemperatur ist anscheinend ein paar Grad unter der der meisten Leute – obwohl mir natürlich warmes T-Shirt-Wetter ebenfalls lieber ist als nasskaltes Winterwetter.
Leute, die ohne Grund im Weg stehen – beispielsweise, wenn oben am Ende der Rolltreppe der Mensch vor mir einfach stehen bleibt, um irgendwo nachzuschauen, obwohl er das auch an einem beliebigen anderen Ort tun könnte, bin ich ziemlich genervt
habe immer alles dabei – das führt dann zu einem Batbelt, über den alle den Kopf schütteln
bin ein Datensammler, notiere mir andauernd etwas
nie ohne Prozessor aus dem Haus – besser: gleich zwei Rechner
schreibe nur mit schwarzen Kugelschreibern
trage nur Digitaluhren – leider gibt es keine qualitativ hochwertigen Digitaluhren – schade, denn mir gefällt das Konzept einer Uhr mit vielen Funktionen, die alle auf einem Display dargestellt werden können, statt mit vielen Zeigern, Fenstern und Skalen
ich liebe Landkarten, Stadtpläne, Satellitenbilder... könnte diese Dinge stundenlang anschauen, und weil ich auch einen sehr guten Orientierungssinn habe, kenne ich mich geographisch recht gut aus
habe nach Ansicht mancher Leute merkwürdige Essgewohnheiten (z.B. rohen Fisch, Camembert mit Weißwurstsenf, Erdnusscrème mit Honig, ...schmeckt wirklich nicht schlecht – Leute, überwindet eure Vorurteile!)
„Ein Esel trägt sich auf einmal zu Tode.“ = wenn ich etwas trage, dann so viel auf einmal wie möglich
wenn ich einen Text schreibe, versuche ich, mich möglichst exakt auszudrücken, entsprechend sind die Sätze typischerweise sehr lang und enthalten viele Adjektive/Adverben, Klammern (auch mehrfach verschachtelt), Semikolons und Gedankenstriche
wenn ich nachdenke, laufe ich oft im Zimmer herum